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WM-Training: Spaniens Zittern

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WM-Training: Spaniens Zittern

WM-Training: Spaniens Zittern
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REUTERS/Maxim Shemetov
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Spaniens Nationalmannschaft hat am Samstag für einen harten Gegner trainiert: Bei der Fußball-WM in Russland spielt man am Sonntag gegen den Gastgeber. Wenn man in die Vergangenheit schaut, dann ist das nicht gerade motivierend für die Südeuropäer: Noch nie hat Spanien eine Heimmannschaft bezwungen, weder bei der EM noch bei der WM. Und dann sind da noch die spanischen Fans, die ihre Mannschaft ein bisschen alleine lassen:

Wir sollten bereit sein, unser Leben auf dem Spielfeld zu lassen

Artjom Dsjuba Stürmer, Russland

"Selbst, wenn wir nicht gegen Russland gespielt haben, haben wir uns in der Gruppenphase immer als Gastmannschaft gefühlt", beschreibt der Mittelfeldspieler Thiago Alcantara. "Die Fans der gegnerischen Mannschaften sind immer in der Überzahl, sie können uns ausbuhen und den Gegner unterstützen. Das haben wir auf dem Feld gespürt."

Tatsächlich wurden für die gesamte WM nur knapp 13.000 Karten nach Spanien verkauft, Fans in Russland kauften dagegen rund 871.000. Russland muss allerdings am Sonntag auf Oberfan Wladimir Putin als Tribünengast verzichten. Der Terminkalender des Staatspräsidenten lasse einen Besuch im Luschniki-Stadion nicht zu, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow. Spaniens König Felipe VI dagegen wird sich die Ehre geben.

Auch Russland trainierte ein letztes Mal. Den Russen gelang ein überraschend guter WM-Auftakt, die Mannschaft geht zuversichtlich in das Spiel am Sonntag. Die Spanier dagegen, so weit sie es auch geschafft haben, glänzten in den vergangenen Spielen nicht. Stürmer Artjom Dsjuba ruft dennoch auf, alles zu geben. Wirklich alles: "Für Spanien ist eine solche Partie Alltag, für uns das Spiel des Lebens. Wir sollten bereit sein, unser Leben auf dem Spielfeld zu lassen!"

Spanien kämpft nicht nur gegen die WM-Gegner. Auch intern hat die Mannschaft die Dinge in Ordnung zu bringen. Nur Tage vor der WM wurde Nationaltrainer Julen Lopetegui gefeuert. An Motivation sollte es den Spaniern aber dennoch nicht mangeln: Der spanische Verband hat eine Rekordprämie von 825.000 Euro pro Kopf für den Titel ausgelobt.