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Südamerikanischer Flüchtlingsgipfel

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Südamerikanischer Flüchtlingsgipfel

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Venezuela hat sich vom ölreichsten Staat der Erde in das Armenhaus des Kontinents verwandelt, die Wirtschaft ist am Boden, die Gesundheitsversorgung zusammengebrochen. 1,6 Millionen Menschen haben das Land seit 2015 verlassen, insgesamt sind es schon 2,3 Millionen. Das Nachbarland Ecuador hat den Flüchtlings-Notstand ausgerufen.

Krisengipfel der Einwanderungsbehörden

Vertreter der Einwanderungsbehörden aus Kolumbien, Ecuador und Peru sind jetzt zu einem Migrationsgipfel zusammengekommen, um eine regionale Lösung zu finden.

Der Außenminister Kolumbiens, Carlos Holmes Trujillo, sagte:

_**"Das ist eine Krise in einer Grössenordnung, die die Aufmerksamkeit der Welt verdient."

Laut dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR geht es um eine der größten Massenbewegungen in der Geschichte Lateinamerikas, vergleichbar mit Syrien oder dem Südsudan. Die Nachbarländer sind zusehends überfordert vom venezolanischen Exodus.

Die Hauptlast trägt Kolumbien, das allerdings mit sieben Millionen Binnenflüchtlingen nach Ende des Bürgerkrieges genug Probleme hat. Ecuador hat bei einer eigenen Bevölkerung von 17 Millionen eine bereits eine Million Flüchtlinge aufgenommen, im Norden wurde der Notstand ausgerufen.

In Brasilien flüchten die Migranten in den ärmsten Bundesstaat überhaupt, Spannungen sind vorprogrammiert. In einer Grenzstadt wurde schon ein venezolanisches Zeltlager angezündet, unter Beifall der Anwohner zogen sich 1200 Flüchtlinge zurück über die Grenze. Brasiliens Präsident Michel Temer:

"Es geht nicht mehr um Innenpolitik, sondern um ein grenzüberschreitendes Problem vieler Länder, das die Stabilität des gesamten Kontinents bedroht."

In Kolumbien werden die Rufe nach der aus ihrer Sicht klarsten Lösung laut: Präsident Nicolas Maduro möge zurücktreten und nach über 20 Jahren Sozialismus venezolanischer Prägung den Weg freimachen für einen Systemwechsel.