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Venezolaner stranden an Ecuadors Grenze

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Venezolaner stranden an Ecuadors Grenze

Venezolaner warten nachts an der Grenze zu Ecuador
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REUTERS/Luisa Gonzalez
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Ein großer Teil der Venezolaner, die auf dem Weg nach Ecuador sind, sitzt jetzt in Kolumbien fest.

Am Samstag waren neue Einreisebestimmungen in Kraft getreten, nach denen nicht mehr - wie bisher - ein Personalausweis zum Grenzübertritt reicht, sondern ein Reisepass vorgelegt werden muss. Ein Reisepass ist in Venezuela nur nach jahrelanger Wartezeit oder auf dem Schwarzmarkt für sehr viel Geld zu bekommen - manche sprechen von Preisen in Höhe eines vierfachen Jahresgehalts.

Endry Useche ist aus Venezuela gekommen und wollte in Ecuador sich ein neues Leben aufbauen: "Ich fühle mich ein bisschen machtlos. Ich bin hier angekommen und wollte hier arbeiten und ein neues Leben anfangen. Und sie haben uns dadurch die Türen verschlossen, dass sie Reisepässe und Papiere fordern. Für viele von uns ist es sehr schwierig, weil wir keine haben und auch drüben keine kriegen können."

Ecuador hat Anfang des Monats in drei seiner Provinzen den Notstand ausgerufen, nachdem täglich bis zu 4.500 Venezolaner die Grenze von Kolumbien aus überschritten hatten, im Vergleich zu 500 bis 1000 zuvor.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen haben sich allein seit Juni etwa 2,3 Millionen Menschen aus Venezuela auf den Weg in andere südamerikanische Länder gemacht. Weil Flüge zu teuer sind, nehmen die Auswanderer tagelange Bustouren durch Südamerika in Kauf. Viele wollen nach Peru oder Chile und durchqueren dabei auch Brasilien.

Hier haben wütende Anwohner gegen venezolanische Migranten in der Grenzstadt Pacaraima im Norden des Landes randaliert und setzten dabei unter anderem die Zelte der Venezolaner in Brand. Am Vortag war ein brasilianischer Restaurantbesitzer offenbar von Flüchtlingen angegriffen worden. Hunderte Migranten flohen daraufhin zurück nach Venezuela.