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Wieder Demonstrationen in Chemnitz

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Wieder Demonstrationen in Chemnitz

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Im ostdeutschen Chemnitz haben am Samstag erneut Tausende Menschen demonstriert. Eine von Beobachtern befürchtete gewaltsame Konfrontation in größerem Ausmaß konnte offenbar vermieden werden.

Rund 4500 Demonstranten gingen im Rahmen eines Protestmarsches der migrantenkritischen Partei AfD und des ausländerfeindlichen Bündnisses Pegida auf die Straße. Zuvor hatte es eine Kundgebung der Bürgerbewegung Pro Chemnitz mit rund 1500 Teilnehmern gegeben, die sich nach kurzer Zeit offenbar überraschend der weitaus größeren rechten Demonstration anschloss.

Zeitgleich besuchten offiziellen Angaben zufolge rund 3500 Menschen eine Demonstration gegen Ausländerfeindlichkeit. Mit zunehmender Dauer der Veranstaltungen wurde die Stimmung in der Stadt angespannter. Der Zug mit rechten Demonstranten kam am frühen Abend nur stockend voran. Schließlich wurde er unter lautstarkem Protest abgebrochen. Ein Großteil der Demonstranten weigerte sich, der Aufforderung zu folgen und die abgebrochene Kundgebung zu verlassen. Die Polizei rückte mit Wasserwerfern an. Wie die Sächsische Zeitung berichtet, gab es offenbar mehrere Übergriffe auf Journalisten. Elf Menschen wurden der Zeitung zufolge ins Krankenhaus gebracht.

Die Polizei hatte seit dem Mittag starke Präsenz gezeigt, auch mit berittenen Beamten und gepanzerten Fahrzeugen. Sie wurde von Kräften aus mehreren Bundesländern und von der Bundespolizei unterstützt.

Nach einer Demonstration am Montag gab es Kritik an den Einsatzkräften. Rund 6000 rechten Demonstranten und etwa 1500 Gegendemonstranten waren nur 600 Polizisten gegenübergestanden.

Vor knapp einer Woche war ein 35-jähriger Deutscher bei einer Messerattacke in Chemnitz getötet worden, zwei weitere Personen wurden verletzt. Als Tatverdächtige sitzen ein Iraker und ein Syrer in Untersuchungshaft. Die Tat war Anlass für Demonstrationen, aus denen heraus es zu ausländerfeindlichen Attacken kam.