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Ein zweites Leben für alte Bücher

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Ein zweites Leben für alte Bücher

Ein zweites Leben für alte Bücher
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Europäische Handwerkskunst steht im Mittelpunkt der Homo-Faber-Ausstellung in der zweiten Septemberhälfte in Venedig. Die Genfer Michelangelo Foundation engagiert sich für außergewöhnlichen Spezialisten und fast vergessene Künste. "Homo Faber" ist ein Begriff, der zur Zeit der Renaissance entstanden ist, und für die "unerschöpfliche Kreativität der Menschheit" steht.

Dünn wie eine Eierschale und trotzdem stabil: Die schwedische Künstlerin Cecilia Levy schafft Kunsthandwerk aus Papier. Die ehemalige Buchbinderin und Grafikdesignerin experimentiert seit 2009 mit der Pappmaché-Technik. In ihrer Werkstatt auf dem schwedischen Land gibt sie alten Büchern ein zweites Leben:

"Diese Widmung hat mich besonders berührt: "Für meine geliebte Hannah von ihrem Bruder John", zeigt Cecilia Levy die Innenseite einer Schale. Auch Flecken und Eselsohren werden hervorgehoben:

"Ich benutze nur Bücher aus dem 19. Jahrhundert, und zwar bis in die Fünfziger Jahre. Ich mag es, wenn das Papier leicht beschädigt ist, denn das gibt meinen Werken ein bestimmtes Dekor. Und ich benutze nicht viel Farbe, das sind meine Farben, meine Palette. Ich gebe diesen Dingen einen anderen Zweck. Es gibt dem Werk eine Geschichte."

Neben Einzelausstellungen in Schweden und im Ausland sind ihre Werke auch in einer historischen Papiermühle auf dem Land ausgestellt. Cecilia Levy gehört zu den ausgewählten europäischen Künstlern, die ihr seltenes Kunsthandwerk in der zweiten Septemberhälfte auf der Homo-Faber-Ausstellung in Venedig präsentieren.

Fingerabdruck der Natur

Eine andere Künstlerin, die ebenfalls auf dem schwedischen Land lebt, verewigt Natur auf Leder: Carina Sohls Kunst wird von Luxusmarken nachgefragt, denn sie schafft maßgeschneiderte Kunstwerke.

Der Fingerabdruck der Natur bleibt auf diesen Lederstücken erhalten, daraus entstehen Kleider, Handyhüllen oder Einrichtungselemente in limitierten Stückzahlen. Die schwedische Künstlerin Carina Sohl wurde auf einer Pariser Modemesse von Luxusmodemarken entdeckt. Sohl studierte Kunst, Design und Lederverarbeitung, bevor sie sich mit ihrem Kunsthandwerk selbstständig machte:

Eine speziell entwickelte Maschine, die mit Handkraft betrieben wird, prägt das Leder. Bei der Herstellung werden keine chemischen Produkte verwendet. Das Verfahren erlaubt nur limitierte Auflagen, kleine Unvollkommenheiten machen die Produkte einzigartig. Demnächst will sie Handtaschen entwerfen und herstellen. Auch Carina Sohl wird ihre Werke auf der Homo-Faber-Ausstellung in Venedig präsentieren.

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