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Totschlag von Chemnitz: Fahndung nach 3. Tatverdächtigen

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Totschlag von Chemnitz: Fahndung nach 3. Tatverdächtigen

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Nach dem tödlichen Messerangriff auf einen 35-jährigen Chemnitzer hat das Amtsgericht der Stadt Haftbefehl gegen einen dritten Tatverdächtigen erlassen und eine Öffentlichkeitsfahndung angeordnet. Unmittelbar nach der Attacke am 26. August waren zwei junge Männer festgenommen worden.

Gefahndet wird jetzt nach dem 22-jährigen Asylbewerber Farhad Ramazan Ahmad aus dem Irak. Die Polizei Sachsen rief zur Vorsicht auf, weil der Gesuchte bewaffnet sein könnte.

Die Identität des mutmaßlich aus Syrien stammenden Verdächtigen Alaa S. wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge überprüft, weil seine Angaben nur auf einer Selbstauskunft beruhten.

Der zweite Tatverdächtige Yousif A, habe während seines Asylverfahrens irakische Dokumente vorgelegt, die sich als "Totalfälschungen" erwiesen hätten, erklärte das Bamf. Die Ablehnung seines Asylantrags sei noch nicht rechtskräftig.

Weiter Anspannung in Chemnitz

Die Lage in Chemnitz nach dem tödlichen Zwischenfall, Demonstrationen, Gegendemonstrationen und dem "Wir sind mehr"-Konzert am Montag schätz Sachsens Innenminister Roland Wöller weiterhin als angespannt ein. Die Stadt und ihre Bevölkerung müssten nun zu Ruhe kommen, sagte Wöller. Und: die bestehende Förderung von Integrationsprojekten reiche nicht aus. Er befürchtet auf Sicht weitere Probleme durch ein "Hochschaukeln von Links und Rechts".

Hitlergruß-Verfahren läuft

Die ersten Verfahren wegen der Hitlergrüße bei den Chemnitzer Demonstrationen sollen am Amtsgericht Chemnitz im beschleunigten Verfahren abgehandelt werden. Angeklagt sind zwei 32 und 34 Jahre alte Chemnitzer wegen des Verdachts der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Irganisationen. Laut der Generalstaatsanwaltschaft wird einem der beiden Beschuldigten ferner vorgeworfen, einen Polizisten mehrfach beleidigt zu haben.