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Hambacher Forst: Tausende protestieren gegen Abholzung

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Hambacher Forst: Tausende protestieren gegen Abholzung

Hambacher Forst: Tausende protestieren gegen Abholzung
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REUTERS/Wolfgang Rattay
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Die Situation am Hambacher Forst bleibt angespannt: Mehrere Tausend Demonstranten haben am Sonntag gegen die geplante Rodung des Waldes protestiert. Neben dem regelmäßig stattfindenden Waldspaziergang war auch eine Baumpflanzaktion geplant. Währenddessen wurde die Räumung der Baumhäuser im Wald fortgesetzt. Die Polizei riegelte das Gebiet ab. Die Aktivistinnen und Aktivisten kamen größtenteils nur bis an den Rand des Forsts, so auch die Demonstrantin Anna Schönberg: "Wir wollten darein für einen Akt zivilen Ungehorsams, um damit das Abholzen der Bäume zu stoppen."

Ein Demonstrant, der seinen Namen nicht nennen möchte, berichtet, dass er von einem Polizisten verletzt wurde: "Ein Polizist ist über die Leitplanke gesprungen und hat mir im Laufen mit seinem Schlagstock auf den Kopf geschlagen." Die Polizei bestritt dies gegenüber euronews. Der Demonstrant sei ausgerutscht und habe sich dabei verletzt. Am Samstag gab es bereits mehrere Zwischenfälle mit Festnahmen und Verletzungen. Von 60 Baumhäusern wurden bisher zehn evakuiert.

Der Großteil des Hambacher Forsts musste dem Tagebau bereits weichen - und ist zum Symbol für den Streit um den Kohleabbau geworden. Das Braunkohleabbaugebiet um das Stück Wald in Nordrhein-Westfalen ist der größte Tagebau Europas. Betreiber RWE argumentiert, ohne Hambach könnte die Energieversorgung problematisch werden. Expertinnen und Umweltschützer bezweifeln das. Deutschland exportiere "massenhaft" Strom, so eine Kohlegegnerin in Hambach. In dem Tagebau sei noch sehr viel Kohle, die abgebaut werden müsse. "Dann können sie uns doch die 200 Hektar Wald lassen."

Morschenich bei Düren wird wegen des Tagebaus umgesiedelt. In ein paar Jahrzehnten wird das alte Dorf nur noch ein Loch sein. Die Menschen hier sind mit dem Braunkohleabbau aufgewachsen. Viele leben davon und sehen die Kohle so wie die Witwe eines RWE-Arbeiters positiv: "So lange wie die Kohle, das schwarze Gold, unter uns ist, muss es auch zu Tage gefördert werden, um alles aufrechterhalten zu können."

Dazu euronews-Reporter Hans von der Brelie: "In Deutschland arbeiten noch 21.000 Menschen im Kohleabbau. Doch das Land wird seine eigenen CO2-Ziele nie erreichen, wenn es weiter Kohle fördert. Die Frage ist also, wann die letzte Mine schließt. Doch das ist noch offen, die Beratungen laufen."