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US-Polizist wegen Totschlags an schwarzem Teenager verurteilt

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US-Polizist wegen Totschlags an schwarzem Teenager verurteilt

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Vier Jahre nach den tödlichen Schüssen auf einen schwarzen Jugendlichen hat ein US-Gericht den dafür verantwortlichen Polizisten aus Chicago schuldig gesprochen. Das Geschworenengericht verurteilte den Angeklagten Jason Van Dyke wegen Totschlags. Der 40-Jährige war wegen Mordes angeklagt und hatte auf nicht schuldig plädiert.

Das Opfer, der damals 17-jährige Afroamerikaner Laquan McDonald, war im Oktober 2014 von 16 Polizeikugeln getroffen worden. Neun davon im Rücken. Videoaufnahmen zeigen, dass der Polizist auch dann weiter weiterschoss, als der Junge bereits am Boden lag. Der Fall hatte für Massendemonstrationen gesorgt und zu Untersuchungen innerhalb der Polizei Chicagos geführt.

Aktivisten, die den Prozess verfolgten, geht das Gerichtsurteil nicht weit genug. "Es ist Mord. Punkt. Alles andere als Mord für das, was Jason Van Dyke Laquan McDonald angetan hat, wäre nicht gerecht. Wir wollen die Maximalstrafe, was immer das ist."

Die zwölf Geschworenen befanden Van Dyke am Freitag nach nur eintägigen Beratungen in mehreren Anklagepunkten für schuldig. Ihm könnten bis zu 30 Jahre Haft drohen. Er wurde umgehend in Gewahrsam genommen. Wann die Verkündung des Strafmaßes ansteht, ist noch unklar.

Die Staatsanwaltschaft zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung des Gerichts. Sonderstaatsanwalt Joseph McMahon betonte:

"Es ist ein befriedigendes Urteil. Wir alle freuen uns, dass wir bei unserem Streben nach Gerechtigkeit für Laquan McDonald, für seine Mutter Tina sowie für ihre Familie und Freunde erfolgreich waren."

Mehrere Polizisten, denen vorgeworfen werden, die Schießerei vertuscht zu haben, werden in den kommenden Monaten vor Gericht gestellt.

Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze hatten in den vergangenen Jahren in den USA wiederholt für Empörung und Aufruhr i n der afroamerikanischen Bevölkerung gesorgt.

Seitens der Stadtverwaltung Chicagos hieß es, man sei neu Proteste vorbereitet. Bei vielen Bürgerrechtsgruppen, die in den vergangenen vier Jahren für Gerechtigkeit gekämpft hatten, überwiege nach dem Urteil jedoch fürs erste die Erleichterung über das Urteil.