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#MeToo wird zu #Masaktach: Frauen in Marokko gegen sexuelle Gewalt

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#MeToo wird zu #Masaktach: Frauen in Marokko gegen sexuelle Gewalt

#MeToo wird zu #Masaktach: Frauen in Marokko gegen sexuelle Gewalt
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Screenshot Facebook-Seite von #Masaktach
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Gegen die weit verbreitete Gewalt gegen Frauen gibt es eine immer größer werdende Bewegung in Marokko. Einige sprechen vom #MeToo der Marokkanerinnen. Ihr Slogan heißt #Masaktach - das bedeutet "Ich schweige nicht".

#Masaktach richtet sich gegen die Machokultur und dagegen, dass Opfer von Vergewaltigungen sich oft auch noch schämen. Wie "The Middle East Eye" erklärt, ist das Diktat der "hchouma", der Schande noch weit verbreitet - auch wenn unlängst ein Gesetz gegen sexuelle Belästigungen verabschiedet wurde.

Die Frauen von #Masaktech wollen das nicht länger hinnehmen. Sie haben sich auch in den sozialen Medien organisiert.

Sie machen auch dagegen mobil, wie der Fall Khadija in den Medien behandelt wurde. Vielfach gab es wenig Verständnis für das Opfer. Die grausame Geschichte der 17-Jährigen, die erzählte, wie sie von mehreren Männern wochenlang festgehalten, gefoltert und vergewaltigt wurde, hat in Marokko viele bewegt. Später wurden zwölf Männer festgenommen.

Auch auf Khadija macht die #Masaktach-Bewegung aufmerksam. Sie wurde am 10. Oktober vor Gericht angehört und rief alle Frauen dazu auf, mutig zu sein.

Ein Beispiel für die Machos, die glauben, sich alles erlauben zu können, ist der marokkanische Star Saad Lamjarred. Mehrere Frauen sagen, der Sänger habe sie vergewaltigt. Die erste Anklage aus den USA liegt Jahre zurück. Inzwischen sitzt Lamjarraed in Südfrankreich im Gefängnis, weil er eine junge Frau in Saint-Tropez vergewaltigt haben soll.

Im Internet forderten viele, dass die Songs des mutmaßlichen Vergewaltigers, den mindestens vier Frauen angeklagt haben, nicht mehr im Radio gespielt werden sollten.

"Hört auf Werbung zu machen für einen Vergewaltiger und Wiederholungstäter", schreibt eine Frau auf Twitter.

Eine offizielle Umfrage aus dem Jahr 2011 in Marokko zeigt, "dass von 9,5 Millionen Frauen im Alter von 18 bis 64 Jahren, fast 6 Millionen oder 62,8%, in den letzten 12 Monaten vor der Umfrage Gewalt in irgendeiner Form erlebt haben". Das Gleiche gilt für sexuelle Gewalt. "23% der Frauen, oder 2,1 Millionen, haben in ihrem Leben sexuelle Gewalt erlebt."

Das neue Gesetz bestraft "Belästigung, Körperverletzung, sexuelle Ausbeutung oder Missbrauch von Frauen". Einige - wie die ehemalige Ministerin Nouzha Skalli - finden, dass auch die neuen Regeln nicht genügen, weil beispielsweise Vergewaltigung in der Ehe nicht unter Strafe gestellt wird.