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Filmfestival Lumière zeigt Schätze der Kinogeschichte

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Filmfestival Lumière zeigt Schätze der Kinogeschichte

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Beim Filmfestival Lumière wurde die US-amerikanische Schauspielerin Jane Fonda mit dem Prix Lumière ausgezeichnet. Auch bekannt als politische Aktivistin und für ihr Engagement gegen den Vietnamkrieg stimmte Fonda ein Soldatenlied an.

Das Filmfestival kann sich zwar mit vielen Stars schmücken, aber das Publikum steht im Mittelpunkt der Veranstaltung: Das belegen viele Meisterkurse und Filmvorführungen in Lyon, der französischen Stadt, die als Geburtsort des Kinos gilt.

Charlie Caplins Enkel James Thierree meinte dazu: "Das größte Vergnügen für mich ist, zu den Ursprüngen des Kinos zurückzukehren. Das ist heute so wichtig, wo alles so schnell geht, wo alles zu schnell geht, einfach mal innezuhalten und sich die Lehrstunden der Vergangenheit anzuschauen."

Schauspieler Tahar Rahim sagte: "Es ist auch ein Festival für das Publikum, wenn wir uns einen Film ansehen, sind wir mit dem Publikum zusammen. Das erinnert mit an meine Jugend, als ich davon träumte, Schauspieler zu werden."

Der spanische Oscar-Preisträger Javier Bardem war Stargast

Ehrengast Javier Bardem eröffnete die 10. Jubiläumsausgabe, gab einen Meisterkurs und präsentierte fünf seiner Filme. Seine Dokumentation aus dem Jahr 2012 "Son of the Clouds" (Hijos de las nubes, la última colonia) zeigt die Notlage von Flüchtlingen in der Westsahara - ein Thema, das dem spanischen Schauspieler am Herzen liegt:

"Europa sollte aufhören, Hilfsorganisationen wie "Open Arms" zu beschuldigen und mit dem Finger auf sie zu zeigen. Sie retten Leben. Das ist kein Verbrechen. Leben zu retten, ist ein Menschenrecht. Diese Hilfsorganisationen geben den Migranten, die im Meer ertrinken, das Recht auf Leben zurück."

Der Film F.T.A. (das doppeldeutige Kürzel steht für 'Free the Army' bzw. 'Fuck the Army') dokumentiert Jane Fondas gemeinsame Anti-Kriegs-Tournee mit Donald Sutherland zu Standorten der US-Army in der ganzen Welt. Auf der Abschlusszeremonie sang Jane Fonda: "Non je ne regrette rien."

"Nicht das Festival ist politisch, sondern die Filme."

Thierry Frémaux Direktor Festival Lumière

"Nicht das Festival ist politisch, sondern die Filme"

Das Festival Lumière gehört zu den größten klassischen Filmfestivals der Welt - 187 Filme wurden an 40 Spielstätten quer durch Lyon gezeigt:

"Nicht das Festival ist politisch, sondern die Filme. Vielen Leuten war nicht bewusst, dass Jane Fonda in den 1970er Jahren extrem militant gewesen war, sie wurde vom FBI abgehört, von der Polizei aufgegriffen und stellte ihren Status als Star in den Dienst pazifistischer Überzeugungen", sagte Festivaldirektor Thierry Frémaux: "Es gibt ein Meer an Filmen, ein unendliches Programm, weil die Kinogeschichte reich an Schätzen ist."

Dieses Jahr besuchten rund 184.000 Menschen das Festival, ein Aufwärtstrend: Im vergangenen Jahr waren es rund 171.000 Besucher.

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