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Ehemaliger IS-Anhänger Sofiane will zurück nach Deutschland

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Ehemaliger IS-Anhänger Sofiane will zurück nach Deutschland

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Er ist einer von wahrscheinlich Dutzenden deutschen ehemaligen IS-Anhängern, die im Irak und Syrien inhaftiert sind: Sofiane - diesen Namen erhielt der 36-Jährige aus Stuttgart nach seiner Konvertierung. Seinen deutschen Namen will er nicht nennen. Sofiane ist seit einem Jahr Gefangener der Kurden-Miliz YPG. 2015 war er dem sogenannten Islamischen Staat beigetreten.

Im Interview in einer YPG-Basis in Rmelan in Nordostsyrien beteuert er, dass er während seiner Zeit mit den Islamisten nie jemanden getötet habe: "Ich kam in dieses Krankenhaus und dort hat man mich wegen meines Berufs aufgenommen. Ich mache orthopädische Schuhe. Also haben sie mir beigebracht, Prothesen herzustellen. Das habe ich gemacht, bis ich zur YPG kam. Also habe ich Menschen geholfen. "

Trotzdem bereue er heute, sich den Islamisten angeschlossen zu haben, so Sofiane: "Menschen machen Fehler und ich war naiv. Ich habe gedacht, dass das was ich mache gut ist, richtig. Aber ich war nicht ganz frei in meiner Entscheidung. Ich wurde bedroht."

Das Krankenhaus, in dem Sofiane arbeitete, stand in der ehemaligen IS-Hochburg Rakka. Der Deutsche heiratete dort eine Syrerin, mit der er einen kleinen Sohn hat. Nach der Eroberung der Stadt durch arabisch-kurdische Truppen floh die Familie nach Ostsyrien. Dort entkamen sie syrischen Regierungstruppen, indem sie sich den Kurden freiwillig stellten.

Seine Frau und sein Sohn leben in einem anderen Camp, erzählt Sofiane. Er sehe sie nur selten. Inzwischen wolle er nur noch nach Deutschland zurück. "Wenn Deutschland mich bestrafen und ins Gefängnis stecken will, akzeptiere ich das", sagt er. "Was wollen Sie mir für eine Strafe geben? Ich weiß es nicht. Ich hoffe, dass sie nicht zu lang wird, denn ich vermisse meine Frau und meinen Sohn schon jetzt. Es ist mehr als ein Jahr her."