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Rot wie Blut - die Geschichte der Gedenk-Mohnblume

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Rot wie Blut - die Geschichte der Gedenk-Mohnblume

Rot wie Blut - die Geschichte der Gedenk-Mohnblume
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Auf Flanderns Feldern blüht der Mohn
zwischen Reihen von Kreuzen,
wo unser letzter Ruheplatz ist; und am Himmel
fliegen immer noch die prächtig singenden Lerchen;
kaum hörte man ihren Gesang unten bei den Geschützen
Wir sind die Toten. Vor kurzem noch
lebten wir, nahmen die Morgendämmerung wahr;
liebten und wurden geliebt. Und jetzt liegen wir
auf Flanderns Feldern.
Führt unseren Kampf mit dem Gegner fort!
Euch werfen wir aus kraftlosen Händen
die Fackel zu; sie hoch zu tragen sei eure Pflicht.
Haltet ihr uns Toten nicht die Treue,
werden wir nicht ruhen, auch wenn der Mohn blüht
auf Flanderns Feldern.

Die Geschichte der “Erinnnerungs-Mohnblume”

Das Tragen einer Papier- oder Plastik-Mohnblume geht auf das Jahr 1921 zurück. Die “Poppies” gelten heute weltweit und vor allem in den englischsprachigen Ländern als ein Symbol des Gedenkens an die zahl- und namenlosen Opfer von Krieg und insbesondere an die in den beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten. Die Verwendung der Klatschmohn-Blüte als symbolische Blume zum Gedenken an Kriegsopfer wurde von der Royal Canadian Legion initiiert und diente anfangs ausschließlich dem Gedenken an gefallene Soldaten des Ersten Weltkriegs.

Inspiriert wurde die Verwendung der Blume durch das Gedicht Auf Flanders Feldern von dem kanadischen Lieutenant Colonel John McCrae. Es ist eines der bekanntesten englischsprachigen Gedichte über den Ersten Weltkrieg, das erstmals 1915 im “Punch Magazine” veröffentlicht wurde. Der Klatschmohn sollte an die vom Blut der Soldaten des Ersten Weltkrieges geröteten Felder Flanderns erinnern. Zudem begann damals auf den frisch aufgeschütteten Hügeln der Soldatengräber als erstes der Klatschmohn zu blühen.

In Kanada ist das Verkaufen der Ansteckblumen als Poppy Campaign bekannt. Die “Poppies” werden auf der Straße von Freiwilligen in der Woche vor dem Gedenktag, dem 11. November, verkauft.

Die Idee dahinter

Nach dem Ersten Weltkrieg ging es darum, ehemalige Soldaten finanziell und beim Wiedereinstieg ins Berufsleben zu unterstützen. Die US-Universitätsprofessorin Moina Michael hatte – inspiriert durch das Gedicht “Auf Flanders Feldern” – die Idee, die Ansteckblumen zu verkaufen. Durch sie wurde der Klatschmohn zum Gedenksymbol der Kriegstoten und sie selbst als “Poppy-Lady” für ihre humanitären Bemühungen bekannt.

1920 ahmte Madame Guerin, eine Französin, die Idee nach und verkaufte handgemachte Ansteckblumen, um Geld für Kinder in Kriegsgebieten zu sammeln. Durch sie wurde das Symbol in Großbritannien und Kanada bekannt.

Was geschieht mit dem Geld?

Mit dem Tragen unterstützt man nicht nur Veteranen der vergangenen Weltkriege, sondern auch heutige Kriegsopfer und ihre Familien. Die Royal British Legion organisiert alljährlich Gedenkveranstaltungen und Spendensammlungen. Sie hat inzwischen fast 35.000 Kriegsversehrte bei ihren Anträgen auf Rente vertreten und macht jedes Jahr ungefähr 300.000 Hausbesuche, um Veteranen und andere mit Rat und Tat zu unterstützen. In Kanada werden Gelder über die “poppy sales” gesammelt.

Wer macht die Ansteckblumen?

UK
Die Poppy-Fabrik in London gibt es seit 1922. Dort werden jährlich rund 36 Millionen “Poppies” von 40 Angestellten – die meisten von ihnen sind kriegsversehrt – hergestellt. In Schottland produziert die “Lady Haig’s Poppy Factory” in Edinburgh seit 1926 jährlich rund fünf Millionen Exemplare.

Kanada
Bis 1996 wurden “Poppies” in Kanada von kriegsversehrten Veteranen hergestellt. Danach übernahm ein privates Unternehmen die Produktion. Die kanadische “Poppy” besteht aus zwei Plastikteilen, rot und schwarz, mit einer Anstecknadel, um sie an der Kleidung zu befestigen. Von 1980 bis 2002 war die Mitte grün.

Wer trägt sonst noch Poppies?

Jedes Jahr im Juli, an dem Sonntag, der dem 11. am nächsten ist, ist der nationale irische Gedenktag für alle Iren, die im Krieg gestorben sind. Das Tragen der “Poppies” ist allerdings nicht so verbreitet wie in Großbritannien.

In der ehemaligen britischen Kolonie Hongkong ist das Tragen der “Poppies” am Kriegstotengedenktag auch nicht sehr verbreitet, obwohl die Ansteckblume auch dort angeboten wird.

In Südafrika sind die “Poppies” seit Kurzem sehr populär. In Neuseeland fällt der “Poppy-Day” in der Regel auf den Freitag vor dem “Anzac Day” am 25. April.

Die Poppy-Etikette

“Es gibt keinen richtigen oder falschen Revers, keine richtige oder falsche Blattstellung, keine richtige oder falsche Tageszeit, kein richtiges oder falsches Datum. Am besten trägt man eine “Poppy” mit Stolz”, heißt es in der Poppy-Etikette der Royal British Legion.

Die Royal Canadian Legion schlägt vor, die Mohnblume am linken Revers – also möglichst nah dem Herzen – zu tragen.

Auf Facebook verbreitete sich kürzlich der Eintrag einer Britin, der von einem Veteran die Bedeutung der Farben und die Trageweise der “Poppy” erklärt wurde:

I’d been trying to find the man who repositioned my poppy and told me his story about it on Tuesday, to let him know how…

Posted by Karen Lowton on Sunday, November 8, 2015

Poppy posts

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