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Russischer Spion in Österreichs Bundesheer

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Russischer Spion in Österreichs Bundesheer

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Ein ehemaliger Oberst des österreichischen Bundesheers soll während seiner Dienstzeit rund 20 Jahre lang für Russland spioniert haben.

Aus ministeriellen Kreisen heißt es, der 70-Jährige Ex-Offizier habe 300.000 Euro erhalten. Er sei geständig. Das Ausmaß der Spionage sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar, Russland sei aber wohl an Informationen über Waffensysteme, Daten rund um die Zuwanderung und auch an Persönlichkeitsprofilen interessiert gewesen.

Nach Aussagen von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz kam der Hinweis von einem ausländischen Geheimdienst. Wie das österreichische Außenministerium mitteilte, sei der Geschäftsträger der russichen Botschaft wegen des Falls einbestellt worden.

Lawrow kritisiert Österreich für "Megaphon-Diplomatie"

Der russische Außenminister Sergei Lawrow hingegen wies die Vorwürfe zurück. Er kritisierte Österreichs Vorgehen in dem Fall:
"Leider haben es sich unsere westlichen Partner in letzter Zeit zur Regel gemacht, keine traditionelle Diplomatie anzuwenden mit dem entsprechenden Anstand, sondern eine Megaphon-Diplomatie, durch die sie uns öffentlich beschuldigen und fordern, dass wir öffentlich eine Frage klären, über die wir keine Informationen haben. Ich möchte noch einmal sagen, dass es notwendig ist, den Normen zu folgen, die während der Gestaltung der Praxis der internationalen Kommunikation ausgearbeitet worden sind."

Der österreichische Botschafter wurde einbestellt. Derweil sagte Österreichs Außenministerin Karin Kneissl eine für Anfang Dezember geplante Moskau-Reise ab.

euronews-Korrespondentin Galina Polonskaya aus Moskau:
"Österreich war eines der wenigen europäischen Länder, die sich gegen die anti-russische Politik gestellt haben. Sie haben keine russischen Diplomaten ausgewiesen wegen des Skripal-Falls und die Außenministerin tanzte mit Wladimir Putin auf ihrer Hochzeit. Der Spionskandal ändert nun aber das energische Tempo der bilateralen Beziehungen - Österreich wird nun mit seinen EU-Partnern darüber beraten, wie man mit Russland umgehen wird."