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Legendäre "Elektra"-Inszenierung kehrt an die Mailänder Scala zurück

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Legendäre "Elektra"-Inszenierung kehrt an die Mailänder Scala zurück

Legendäre "Elektra"-Inszenierung kehrt an die Mailänder Scala zurück
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Sie ist ein Meilenstein der zeitgenössischen Opernregie: "Elektra"von Richard Strauss, eine Produktion des 2013 verstorbenen Meisterregisseurs Patrice Chéreau. Anlässlich seines fünften Todestags führt die Mailänder Scala das Meisterwerk von Richard Strauss wieder auf.

Ricarda Merbeth gibt Debüt in der Hauptrolle

Die deutsche Sopranistin Ricarda Merbeth gab ein bewegendes Debüt in der Hauptrolle: "An dieser Elektra fasziniert mich natürlich diese Rache, diese Rachegedanken, die sie im Monolog hat. Das ist ja eine unglaubliche Spannweite von Gefühlen, die die Elektra innerhalb von diesen hundert Minuten erlebt."

In der einaktigen Oper von 1909 dreht sich alles um Vergeltung. Basierend auf der griechischen Tragödie erzählt sie die Geschichte von "Elektra", die sich für den Vatermord an ihrer Mutter rächen will.

Michael Volle als Bruder von "Elektra"

Dirigent Christoph von Dohnányi erklärt: "Das ist im Grunde genommen eine Tragik, dass der eine Mord den anderen Mord nach sich zieht. Das ist wahrscheinlich ein Grund, weswegen man das auch sehr gut empfindet, dass diese Frau einen Zwang hat und der Zwang ist diese Mörderin und den Mörder ihres Vaters umzubringen."

Ein Schlüsselmoment ist die Szene, in der Elektra ihren langverlorenen Bruder Orest wiedertrifft, interpretiert vom deutschen Bariton Michael Volle.

"Auf ihn wartet sie ja die ganze Zeit. Und nun ist er endlich da, und jetzt soll er töten und soll ihre Rache, ihren Plan, vollbringen", so Merbeth und Volle fügt hinzu: "Trotz diesem drohenden blutigen Schicksal ist es eine unglaublich zärtliche Situation, die auch natürlich wieder einem leicht gemacht wird durch die Musik von Strauss. Und dann muss man sich nur fallen lassen."

Patrice Chéreaus letztes Werk: Die zerrissenen Figuren in "Elektra"

Patrice Chéreau konzentriert sich auf Seelenqualen seiner zerrissenen Figuren - es war die letzte Inszenierung des visionären Regisseurs.

"Er war ja so anscheinend, sagte Daniel Barenboim mir, der viel mit ihm gearbeitet hat. Er war, obwohl er nicht von der Musik kam, unfassbar inspirierend, mit schwerster Musik. 'Tristan und Isolde', 'Wozzeck', 'Elektra' und er hat es einfach, weil er so ein Mensch der Bühne, des Bildes, der Bewegung, ein Universalkünstler und Genie war, hat er so viel zu sagen gehabt und hat eine Stimmung geschafft, die überhaupt nichts Opulentes braucht", so der Orest-Darsteller, und weiter:

"Das Ende der 'Elektra' endet wieder in einem Tanz, wie beim Monolog. Sie möchte so gerne noch einmal tanzen und dann sterben. Patrice Chéreau wollte diesen Ausdruck haben. Dass sie aus diesem Tanzen wollen, nicht Tanzen können, in diese unendliche Leere verfällt."

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