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Ein bewegtes Leben: Trauer um George H.W. Bush (1924-2018)

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Ein bewegtes Leben: Trauer um George H.W. Bush (1924-2018)

Ein bewegtes Leben: Trauer um George H.W. Bush (1924-2018)
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George Herbert Walker Bush ist an seinem 75. Geburtstag dick eingepackt in einen Schutzanzug, trägt Helm und sitzt in einem Kleinflugzeug. Mit einem Tandemsprung feiert er seinen Ehrentag. Er wolle es dieses Mal besser machen als bei seinem ersten Sprung 1944, sagte er. Damals war er als junger Pilot der US-Armee über dem Pazifik abgeschossen worden. Bush war der letzte Präsident der Vereinigten Staaten, der noch im zweiten Weltkrieg gedient hatte.

11 Jahre zuvor, im Januar 1989: Nach einer Karriere als Diplomat, CIA-Direktor und US-Vizepräsident übernimmt er die Schlüssel des Weißen Hauses von Ronald Reagan. Es ist der vorläufige Höhepunkt seiner politischen Karriere. Knapp ein Jahr später fällt die Berliner Mauer -das Ende des Kalten Kriegs zwischen den USA und der Sowjetunion.

Jüngster Pilot der US-Armee

Geboren im Juni 1924 war George Bush bereits an der Elite-Universität in Yale als Student angenommen. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor entscheidet er sich aber, der US-Navy beizutreten. Er wird zum damals jüngsten Piloten der Streitkräfte. Kurz vor seinem 19. Geburtstag wird ihm der Eid abgenommen.

1945 heiratet er Barbara Pierce. Ihr verdankt er seine Kontakte in die texanische Ölindustrie. In Texas beginnt auch seine politische Karriere, als Senator 1966. Später wird er unter Vize-Präsident unter Ronald Reagan, von 1981 bis 1989.

Wiedervereinigung und Abrüstung

Nach dem Fall der Berliner Mauer unterstützt er das Ziel einer Wiedervereinigung Deutschlands. Er trifft sich immer wieder mit dem sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow. Beide verhandeln über Abrüstung. Am Ende unterzeichnen sie den START I Vertrag mit einem Füllfederhalter aus dem Material verschrotteter Mittelstreckenraketen. Mit dem russischen Präsidenten Boris Jelzin vereinbart er den weiteren Abbau strategischer Atomwaffensysteme und unterzeichnet den Start-II-Vertrag.

1990 marschiert der Irak in Kuwait ein. George Bush schmiedet eine Allianz von 34 Staaten, die mehr als eine halbe Million Soldaten stellen. Gestützt auf eine Resolution der Vereinten Nationen beginnt der Irak-Krieg. In einer Fernsehansprache sagt Bush: "Wir haben mit Luftschlägen gegen militärische Ziele im Irak begonnen. Wir wollen die Vernichtung des Atomwaffenarsenals von Saddam Hussein. Außerdem werden wir seine Chemiewaffenfabriken zerstören."

Wahlschlappe gegen Clinton

Bushs Popularität erreicht ihren Höhepunkt. Aber der Erfolg auf internationaler politischer Bühne reicht nicht aus gegen die Kritik an seiner Innenpolitik. Die US-Wirtschaft lahmt, die Arbeitslosigkeit ist auf einem Höchststand. 1992 verliert er die Präsidentschaftswahl gegen Bill Clinton von den Demokraten.

Acht Jahre später erobert erneut ein Republikaner das Weiße Haus: Bushs Sohn, George W. Bush. Er führt die USA in einen neuen Irak-Krieg, der mit dem Sturz von Diktator Saddam Hussein endet. Die Beziehung zu seinem Sohn George W. gilt als kompliziert.

Immer wieder gibt es Gerüchte, dass Bush senior es eigentlich lieber gesehen hätte, wenn sein anderer Sohn Jeb nach ihm Präsident geworden wäre.

Mit 84 Jahren nimmt George Bush an der Amtseinführung von Barack Obama teil. Sein Sohn George W. hatte die Wahlen verloren. Die Popularität der Bush`s ist auf einem Tiefpunkt.

Im Sommer 2014 wagt George Bush erneut einen Tandemsprung – obwohl er inzwischen die meiste Zeit im Rollstuhl sitzt. Auf Twitter hatte der 90-jährige zuvor geschrieben: Ein wunderbarer Tag – schön genug für einen Fallschirmsprung.