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Immer mehr Ausländer wollen in Russland studieren

Immer mehr Ausländer wollen in Russland studieren
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In Russland ist die Zahl ausländischer Studenten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Welche Möglichkeiten bieten russische Universitäten? Ist die Immatrikulation für Ausländer schwierig? Wie hat sich die Hochschullandschaft in den vergangenen Jahren gewandelt? Thema dieser Folge von Learning World.

Euronews-Reporter Sergey Sherbakov: "Viele russische Universitäten, wie die staatliche Staatliche Lomonossow-Universität Moskau (MGU), sind weltweit bekannt. Aufgrund des allgemeinen wirtschaftlichen Abschwungs in den 1990er-Jahren erlebten sie schwierige Zeiten. Aber in den vergangenen zehn Jahren hat sich das Hochschulsystem in Russland radikal verändert."

Russische Universitäten streben nach Exzellenz

Die Higher School of Economics (HSE) in Moskau gehört zu den besten zehn Universitäten in Russland und verfolgt das ehrgeizige Ziel in die Top-100-Universitäten der Welt aufzusteigen. Die HSE war einer der Initiatoren der Global Universities Association, einem russischen Bildungsnetzwerk von 21 Universitäten.

Russel Chan, australischer Postdoc an der HSE: "Russland hat ein sehr dynamisches Forschungsumfeld, das viele Menschen im Westen nicht kennen. Ich war schon früher einmal in Moskau und habe hier einige Forschungsarbeiten gesehen. Ich bin wirklich beeindruckt von der Arbeit, die sie in Russland leisten."

Der Postdoc forscht auf dem Gebiet der Neuroökonomie: Er untersuchte wie unser Gehirn wirtschaftliche Entscheidungen trifft, manchmal spontan und irrational. Das ist ein vielversprechender neuer Ansatz in den Wirtschaftswissenschaften. Und eines der besten Labore in Osteuropa - das Institute of Cognitive Neuroscience - befindet sich an der HSE. Das Labor wird von Wassili Klutscharow geleitet. Das Institute of Cognitive Neuroscience unterhält Partnerschaften mit vielen europäischen Instituten wie beispielsweise der L`'École normale supérieure in Frankreich. Etwa 40 Prozent der Studenten und Postdoktoranden kommen aus dem Ausland und studieren auf Englisch.

Russische Universitäten werben um Talente

Snigdha Mohan, Austauschstudentin von der britischen Warwick University. _"Ich habe mit Wirtschaftswissenschaften angefangen, aber auch ich kann cognitive science studieren, das beinhaltet Wirtschaftspsychologie und Neurowissenschaften."

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Und der Rektor der HSE Jaroslaw Kuzminov sagt: "Für uns ist es sehr wichtig, talentierte junge Menschen aus aller Welt an unsere Universität zu holen. Wir bieten verschiedene Sommer- und Winterschulen an, zu denen wir ausländische Studenten und auf ihrem Gebiet führende Wissenschaftler einladen. Außerdem gibt es internationale wissenschaftliche Wettbewerbe, die wir gemeinsam mit dem Netzwerk 'Association of Global Universities' organisieren. Das ist ein vielversprechender Ansatz, um Talente anzuziehen."

In Russland gibt es fast 300.000 ausländische Studenten. Immer mehr von ihnen wählen neben Moskau auch abgelegene Städte im fernen Osten des Landes zum Studium. Wie der Brasilianer Sandro, der in Wladiwostok studiert. Der moderne Campus beherbergt rund 25.000 Studenten und fast 15 Prozent sind Ausländer. Was macht die Universität so attraktiv?

Der brasilianische Student Sandro Araujo erzählt: "In Südamerika ist die Ausbildung sehr teuer. Die Kosten für ein Studienjahr hier bezahlt man manchmal in Südamerika für einen Monat. Deshalb kommen viele Studenten aus südamerikanischen Ländern wie Brasilien, Kolumbien oder Ecuador nach Russland."

Auch die Zulassungsmodalitäten sind unkompliziert: "Ich konnte alles im Internet erledigen: meine Immatrikulation und auch mein Visum. Es war sehr einfach. Ich habe alles selbst gemacht", so der Brasilianer.

Studieren in Russland ist erschwinglich und der Zugang ist einfach

Die Online-Plattform russia.study hilft ausländischen Studenten, sich in fünf Schritten zu immatrikulieren. Sie bietet den Zugang zu 500 russischen Universitäten.

In Wladiwostok gibt es Studenten aus mehr als 70 Ländern der Welt. In vielen Bereichen wie an der Biomedizinischen Fakultät oder am Wissenschaftlichen Zentrum der Nanotechnologie wird auf Englisch unterrichtet. Dort untersuchen die Wissenschaftler die schädlichen Nanopartikel, die in den Abgasen von Autos, Motorrädern oder Frachtschiffen enthalten sind.

Valery Chernyshev, Doktorand am Institut SEC Nanotechnologie der Far Eastern Federal University in Wladiwostock: "Hier untersuchen wir die festen Bestandteile von Autoabgasen und allen Maschinen, die einen Verbrennungsmotor haben. Das ist sehr wichtig für unsere Kollegen aus Vietnam."

Und To Trong Hien aus Vietnam sagt: "Viele meiner Lehrer haben in Russland studiert. Deshalb habe ich mich entschieden, hierher zu kommen. Diese Universität bietet gute Studienbedingungen."