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Deutscher Film gewinnt in Marrakesch

Deutscher Film gewinnt in Marrakesch
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Das deutsche Drama "Joy" gewinnt auf dem Filmfestival in Marrakesch den Goldenen Stern für den besten Film. Es ist der zweite Spielfilm der Regisseurin Sudabeh Mortezai, die als Tochter iranischer Eltern in Ludwigsburg geboren und in Wien aufgewachsen ist.

Der Film zeigt eine rohe Sicht auf die europäische Einwanderung und begleitet nigerianische Frauen, die zweifach ausgebeutet werden: nicht nur von ausländischen Unterdrückern, sondern auch innerhalb ihrer eigenen nigerianischen Gemeinschaft.

Der Preis für die beste Regie ging an den Serben Ognjen Glavonić. Sein Thriller "The Load" handelt von einem LKW-Fahrer, der während des NATO-Bombenangriffs auf Serbien im Jahr 1999 eine streng geheime Fracht transportieren muss.

Für ihre Leistung in dem Drama "Alles ist gut" wurde die Deutsche Aenne Schwarz als beste weibliche Schauspielerin ausgezeichnet. In dem Debutfilm der jungen Regisseurin Eva Trobisch spielt Aenne Schwarz eine Frau, die nach einem sexuellen übergriff dagegen ankämpft, ein Opfer zu sein und die Tat verdrängt.

Bester Schauspieler wurde der Tunesier Nidhal Saadi. In dem tunesische Familiendrama "Look at Me" spielt er einen Mann, der sich hin und her gerissen fühlt, zwischen dem Leben in Tunesien, von dem er dachte, dass er es hinter sich lassen könnte, und seinem neuen Leben, das er sich in Marseille aufgebaut hat.

Zur Jury des 17. Internationalen Filmfestivals von Marrakesch, die von US-Regiesseur James Gray geleitet wurde, gehörte unter anderem der deutsche Schauspieler Daniel Brühl. Weitere Jurymitglieder waren die amerikanische Schauspielerin Dakota Johnson, die indische Schauspielerin Ileana D'Cruz, die libanesische Filmemacherin und bildende Künstlerin Joana Hadjithomas, die britische Regisseurin Lynne Ramsay, der marokkanische Regisseur Tala Hadid, der französische Regisseur Laurent Cantet und der mexikanische Regisseur Michel Franco.