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Polens komplizierte Beziehung zum Kohlebergbau

Polens komplizierte Beziehung zum Kohlebergbau
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In dieser Folge von Insiders sind wir in Polen, dort fand gerade die COP24 statt, die jährliche UN-Klimakonferenz. Aber unser Thema sind nicht die Erfolge und Misserfolge des Gipfels. Wir berichten über die starke und stetig wachsende Kohleindustrie in Polen, dem Land in dem die Klimakonferenz abgehalten wurde. Welche Ironie! Polen ist der größte Kohleproduzent in Europa. Kohle deckt 60 Prozent des gesamten Energiebedarfs, 80 Prozent der polnischen Elektrizität werden aus Kohle erzeugt. In dem Land mit 38 Millionen Einwohnern sterben jährlich 50.000 Menschen in Folge der Luftverschmutzung, dessen Hauptverursacher die Kohleverbrennung ist.

Der ehemalige Wohlstand aus Kohle hatte seinen Preis

Euronews-Reporterin Valérie Gauriat reiste durch Polens Kohleregion Schlesien, sprach mit besorgten Bürgern über die fatalen Folgen des Kohle-Abbaus und sah sich die Schäden an. Außerdem besuchte sie kurz vor der - im polnischen Kattowitz stattfindenden - COP24 das nicht davon entfernt liegende Steinkohlenbergwerk Piast - es ist das größte Europas. Sie traf Bergleute, die stolz auf ihre Traditionen sind und sich schwertun, das Handwerk zu lassen.

Die Polen sind eher Klimafatalisten als Klimaskeptiker

Im euronews-Studio berichtete sie von ihren Erlebnissen. Sie sagte unter anderem: "Es gibt sicherlich eine gewisse Skepsis. Menschen, die wir interviewt haben, wie z.B. den Gewerkschaftsvertreter, den man im Bericht sieht, meinten, dass es keinen wissenschaftlichen Konsens über den Klimawandel gibt, und auch die polnische Wissenschaftsakademie stimmt nicht mit dem Internationalen Ausschuss für Klimawandel über einen Zusammenhang zwischen Kohle und globaler Erwärmung überein. Also ja, es herrscht Skepsis, aber meiner Meinung nach ist das mehr eine Art Klimafatalismus als Skepsis. Die Menschen sind an den Kohlebergbau gewöhnt, sie leben seit Jahrzehnten damit. Aber in Polen entwickelt sich auch eine Umweltschutzbewegung und die COP 24, war eine Gelegenheit für die Klima-Aktivisten, sich zu äußern. Aber sie haben es mit einer sehr mächtigen Kohlelobby zu tun, und ironischerweise sind die großen polnischen Bergbauunternehmen auch Sponsoren der COP24".