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Leute zum Mars zu schicken sei "dumm", sagt ein ehemaliger US-Astronaut

Die Astronauten Frank Borman, James A. Lovell Jr. und William A. Anders
Die Astronauten Frank Borman, James A. Lovell Jr. und William A. Anders -
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NASA
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Der ehemalige US-Astronaut William "Bill" Anders war eines der drei Crewmitglieder des Apollo 8-Programms. Seine Mission vom Dezember 1968 war die erste, die die Umlaufbahn der Erde verließ und zehn Umlaufbahnen um den Mond absolvierte, bevor sie sicher zur Erde zurückkehrte. Apollo 8 ebnete den Weg für die Mission Apollo 11, mit der nur sieben Monate später die drei Astronauten Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins auf dem Mond landeten.

Anders, der mittlerweile 85 Jahre alt ist, sprach in der Radiosendung "Apollo 8: Christmas on the Far Side of the Moon" im BBC Radio 5 Live und sagte, dass es „dumm“ und "fast lächerlich" sei, Besatzungen zum Mars schicken zu wollen. Der ehemalige Marinepilot erklärte sich zum "großen Unterstützer" unbemannter Programme "vor allem, weil sie viel billiger sind".

Er sei jedoch der Ansicht, dass es wenig öffentliche Unterstützung für die Finanzierung so umfangreicher und kostspieliger Programme gibt. "Welches Ziel verfolgen wir dabei? Was treibt uns dazu, zum Mars zu gehen?", fragte er. "Ich glaube nicht, dass die Öffentlichkeit so interessiert ist."

Unbemannte Missionen zum Mars finden jetzt schon statt

Die Nasa plant derzeit, Menschen in den 2030er Jahren auf den Mars zu schicken und bis 2025 zu einem Asteroiden. Das ist Teil der im Jahr 2010 veröffentlichten US National Space Policy.

Roboter erkunden bereits den Mars, wobei die Insight-Sonde der Nasa letzten Monat erfolgreich auf dem Roten Planeten landete. Dabei sollen die Roboter die Zusammensetzung des Planeten untersuchen. Insight hat vergangene Woche erst sein erstes Instrument, einen Seismometer, auf dem Mars eingesetzt.

Besonders interessant an dem Mars ist für Menschen, dass dessen Entstehungsgeschichte und Entwicklung mit der Erde vergleichbar ist. Das könnte helfen, mehr über die Geschichte und vor allem die Zukunft unseres Planeten zu erfahren.

Anders ehemaliger Apollo-8-Teamkollege Frank Borman sprach sich mehr für das bemannte Mars-Programm der Nasa aus und sagte BBC Radio 5 Live: "Ich glaube fest daran, dass wir fundierte Forschung zu unserem Sonnensystem brauchen, und ich denke, der Mensch selbst muss sich daran beteiligen."

Kritischer gegenüber der privaten Raumfahrt

In den vergangenen Jahren sind private Unternehmen für die Raumfahrt wichtiger geworden. Elon Musks Unternehmen SpaceX unterstützt die Internationale Raumstation ISS beispielsweise regelmäßig mit Versorgungsflügen. Und Blue Origin von Amazons CEO Jeff Bezos konzentrierte sich in den vergangenen Jahren auf die Versorgung einer künftigen Station auf dem Mond. Langfristig haben beide das Ziel, bemannte Missionen zum Mars zu ermöglichen.

SpaceX sagte sogar im Oktober, dass er seine erste Frachtmission 2022 zum Mars schicken wolle und eine zweite Mission mit Fracht und Besatzung für 2024 geplant sei. Doch auch dazu sagte Borman, es gebe "eine Menge Hype um den Mars, das ist Unsinn. Musk und Bezos reden davon, Kolonien auf den Mars zu bringen, das ist Unsinn", fügte er hinzu.