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Die unendliche Brexit-Geschichte

Die unendliche Brexit-Geschichte
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Proteste, Verhandlungen, Rücktritte. 2018 verging kaum ein Tag in Brüssel, an dem der Brexit nicht für Aufregungen sorgte: Diese schwierige Abspaltung Großbritanniens, die der EU das Gefühl gibt, ein verschmähter Liebhaber zu sein.

Beide Seiten kämpfen um beste Scheidungsbedingungen. Theresa May strebt zudem eine spezielle Post-Brexit-Beziehung zur EU an:

"Das ist eine Partnerschaft, bei der es meiner Meinung nach nicht nur um die Interessen Großbritanniens geht, sondern auch um weitreichendere Interessen der Europäischen Union."

Britische Brexit-Unterhändler kamen nach Brüssel, versuchten gutes Wetter zu machen - und schmissen dann den Job hin:

"Wir haben schnelle Fortschritte im Hinblick auf das gesamte Rücktrittsabkommen gemacht, eine Einigung über einen Großteil des Gesetzestextes erzielt und ganze Kapitel erfolgreich bearbeitet", so David Davis.

Und sein Nachfolger als Brexit-Unterhändler Dominic Raab: "Ich freue mich darauf, die Verhandlungen zu intensivieren, zu beschleunigen und sicherzustellen, dass wir aus einer guten Position heraus das bestmögliche Abkommen aushandeln."

Strittige Verhandlungspunkte

Aber wie einigt man sich an der irischen Grenze - der umstrittende Backstop ist ein grundlegender Streitpunkt.

Wie gestaltet man künftige Handelsbeziehungen - gestritten wird beispielsweise um die Fischereiindustrie:

"Wir haben noch einen langen Weg vor uns, einen langen Weg auf beiden Seiten", so Michel Barnier, Brexitunterhändler auf EU-Seite.

Im Laufe der zähen Verhandlungen warnte die EU-Großbritannien - es werde keine Rosinenpickerei geben. Im September wurde es eng für May, als die europäischen Staats- und Regierungschefs ihren sogenannten Chequers-Plan ablehnten, und die Premierministerin anhielten nachzugeben:

"Die Vorschläge sind nicht akzeptabel, besonders die wirtschaftlichen Aspekte", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Die Geduld schwindet - auf allen Seiten

Zu Hause musste sich May mit Anti-Brexit-Protesten, Ministerrücktritten und immer tieferen Meinungsverschiedenheiten über ihren Deal auseinandersetzen. Sie hielt stand und kämpfte um ein Abkommen. Im November unterstützten die Staats- und Regierungschefs der EU auf einem Sondergipfel das ausgehandelte Austrittsabkommen:

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"Vor Weihnachten werden die Abgeordneten über diesen Deal abstimmen. Es wird eine der bedeutendsten Abstimmungen des Parlaments seit vielen Jahren sein. Davon wird abhängen, ob wir gemeinsam in eine bessere Zukunft voranschreiten oder die Tür zu noch mehr Spaltung und Unsicherheit öffnen"_, sagte Theresa May.

Während May zu Hause der Wind ins Gesicht blies, zeigte sich die EU am Ende ihrer Geduld: "Das ist der bestmögliche Deal für Großbritannien. Es ist das bestmögliche Abkommen für Europa. Und es ist das einzig Mögliche", so Jean-Claude Juncker.

Die Zeit läuft ab - und noch ist die unendliche Geschichte des Brexits nicht vorbei.