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Fukushima: Japanische Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen für drei Ex-Manager von Tepco

Fukushima: Japanische Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen für drei Ex-Manager von Tepco
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Japanische Staatsanwälte haben wegen der Atomkatastrophe in Fukushima vor fast acht Jahren Haftstrafen gefordert. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, richtet sich die Forderung gegen die drei ehemaligen Topmanager des Kraftwerkbetreibers Tepco, die aktuell in Tokio vor Gericht stehen. Wenn diese damals die vorhandenen Informationen gesammelt und notwendige Sicherheitsmaßnahmen ergriffen hätten, wäre die Atomkatastrophe vermeidbar gewesen, argumentierte die Staatsanwaltschaft.

Im Kraftwerk Fukushima Daiichi im Nordosten des Inselreiches war es am 11. März 2011 infolge eines gewaltigen Tsunamis zu einem Super-Gau gekommen. Als Folge der Kernschmelzen in den Fukushima-Reaktoren mussten rund 160.000 Anwohner fliehen. Mehr als 30.000 können noch immer nicht zurück. Es war die schlimmste Katastrophe seit dem Reaktorunfall in Tschernobyl 1986.

Tepco war seit 2008 über die Gefahren eines Tsunamis informiert

Die drei Angeklagten plädierten auf unschuldig. Der Tsunami sei unvorhersehbar gewesen. Zudem wäre es ohnehin zu einer Katastrophe gekommen, selbst wenn Schutzmaßnahmen ergriffen worden wären. Die Verteidigung wird ein letztes Mal im kommenden März vor Gericht gehört.

Der Atombetreiber Tepco sei bereits 2008 darüber informiert gewesen, dass ein Tsunami von rund 16 Metern Höhe das Atomkraftwerk heimsuchen könne. Doch sei es der Konzernführung wichtiger gewesen, ein Herunterfahren des Meilers zu vermeiden, statt das Problem anzugehen, wurden die vom Gericht als Staatsanwälte ernannten Juristen zitiert.

Dieser Gerichtsprozess ist nur einer von vielen nach der nuklearen Katastrophe. Im vergangenen Jahr gab ein Gericht einer Sammelklage recht, in der ehemalige Bewohner des verstrahlten Gebietes vom Staat eine Entschädigung forderten.