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Nazi-Raubkunst: Uffizien-Galerie fordert Deutschland auf, gestohlenes Gemälde zurückzugeben

Eine Replikation des Gemäldes in der Uffizien-Galerie
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Uffizien-Galerie
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Die Uffizien-Galerie in Florenz hat die Bundesregierung aufgefordert, ein Gemälde zurückzugeben, das von Nazi-Truppen im Zweiten Weltkrieg gestohlen wurde.

Das Gemälde wurde 1722 vom niederländischen Meister Jan van Huysum gemalt. Es wurde von 1824 – als es von Großherzog Leopold II erworben wurde – bis zu seiner Evakuierung in ein nahegelegenes Dorf im Jahr 1940 im Pitti-Palast, der mit den Uffizien von Florenz verbunden ist, ausgestellt.

1943 allerdings wurde es von Nazitruppen gestohlen, wie viele andere im Zweiten Weltkrieg, und war seitdem verschwunden.

Erst mit der deutschen Wiedervereinigung tauchte es im Jahr 1991 wieder auf. Es war in den Händen einer Familie, die nach Angaben der Uffizien-Galerie das Gemälde nur für Geld hatte zurückgeben wollen. Der deutsche Staat weigerte sich, einzugreifen und erklärte, dass die Verjährungsfrist für solche Verbrechen 30 Jahre beträgt.

Bei NS-Raubkunst sollte keine Verjährungsfrist gelten, sagt die Uffizien-Galerie

"Deutschland hat die moralische Pflicht, dieses Gemälde an unser Museum zurückzugeben", sagte Uffizien-Chef Eike Schmidt, selbst deutscher Staatsbürger, in einer Erklärung. "Deutschland sollte sich nicht auf die Verjährungsfrist berufen, wenn Kunstwerke während des Krieges gestohlen wurden. Diese Geschichte verhindert, dass die Wunden durch den Zweiten Weltkriegs und die Schrecken des Nazismus heilen können", fügte er hinzu.

Aus Protest hing die Galerie am Dienstag eine schwarz-weiße Reproduktion des Gemäldes auf. Die dazugehörige erläuternde Bildunterschrift lautet auf Italienisch, Englisch und Deutsch "gestohlen".