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Spurensuche nach Zugunglück in Dänemark: War es Schlamperei?

Spurensuche nach Zugunglück in Dänemark: War es Schlamperei?
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Die Ursache für das schwerste Zugunglück in Dänemark seit 1988 ist vermutlich ein leerer Lastwagenanhänger. Während eines heftigen Sturms über Skandinavien schleuderte der Wind am Morgen offenbar Ladung eines Güterzugs gegen einen entgegenkommenden Passagierzug. Sechs Menschen kamen ums Leben, 16 weitere wurden verletzt. Der Zug der Bahn-Tochter DB Cargo transportierte Leergut einer Brauerei. Die Bierkisten waren teilweise in den Waggons nur mit Planen abgedeckt - anstelle von festen Wänden.

Suche nach der Unglücksursache

Laut ersten Angaben der Havariekommission fiel anscheinend der leere Anhänger vom Güterzug und traf den Personenzug oder der Zug fuhr in ihn hinein. Ob der Personenzug noch von weiteren Gegenständen getroffen wurde, ist bisher unklar.

"Es schien, als würden wir uns bewegen - dann gab es plötzlich einen lauten Knall. Und dann flogen uns die Fenster um die Ohren und wir stürzten zu Boden. Dann hielt der Zug an", sagte Heidi Langberg Zumbusch, die im Zug saß.

Wichtige Verkehrsader ist betroffen

Der Zugverkehr blieb für den Rest des Tages unterbrochen. Die 18 Kilometer lange Brücke ist einer der wichtigsten Verkehrswege Dänemarks. Sie verbindet die Inseln Fünen (Fyn) und Seeland (Sjælland). Am Mittag wurde die Brücke für den Autoverkehr freigegeben. Aufgrund des starken Verkehrs Richtung Fünen wurde sie aber zeitweise wieder gesperrt.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen reagiert betroffen: "Ganz normale Dänen, auf dem Weg zur Arbeit oder auf der Heimreise von den Weihnachtsferien, haben ihr Leben verloren. Es ist zutiefst unglücklich."

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker twitterte: "Ich möchte den Familien und Freunden der Opfer und dem dänischen Volk mein aufrichtiges Beileid aussprechen. Menschen wurden aus dem Leben gerissen, als sie aus den Weihnachtsferien zurückkehrten. Ich danke den Rettungskräften für ihren Einsatz und wünsche den verletzten Passagieren eine schnelle Genesung."

Die dänische Königin Margrethe II. erklärte auf der Webseite des Königshauses: "Meine Gedanken und mein tiefstes Mitgefühl gehen sowohl an die Hinterbliebenen und ihre Familien als auch an die Verletzten."