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Moskau: Angeblicher US-Spion bleibt in russischer Haft

Moskau: Angeblicher US-Spion bleibt in russischer Haft
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Der in Russland festgesetzte US-Bürger Paul Whelan bleibt vorerst in Untersuchungshaft. Ein Moskauer Gericht lehnte den Antrag seines Anwalts ab, den 48-Jährigen auf Kaution freizulassen.

Whelan war Ende Dezember in Moskau verhaftet worden. Russlands Inlandsgeheimdienst wirft dem Ex-US-Marinesoldaten Spionage vor. Er soll kurz vor der Festnahme einen USB-Stick mit streng geheimen Informationen erhalten haben. Sein Verteidiger, Wladimir Scherebjonkow, sagt, Whelan sei davon ausgegangen, auf dem digitalen Speicher seien lediglich Daten „von kultureller Bedeutung“, wie Fotos einer Kirchenbesichtigung.

“Meinem Mandanten wurde ein USB-Stick gegeben, auf dem sich Informationen befanden, die ein Staatsgeheimnis darstellen. Doch Paul Whelan beteuert, er habe das nicht gewusst. Er habe vielmehr mit persönlichen Informationen gerechnet, keinesfalls mit Staatsgeheimnissen. Und zum jetzigen Zeitpunkt kann seine Version auch nicht von den Ermittlern widerlegt werden", so Scherebjonkow.

Insgesamt sei er zuversichtlich, dass der Prozess gut für Whelan ausgehe. Kommt es doch zu einer Verurteilung, drohen dem US-Amerikaner zehn bis 20 Jahre Gefängnis. In U-Haft bleibt Whelan vorerst bis Ende Februar.

Whelan, der laut seiner Familie für eine Hochzeit nach Russland gereist war, besitzt neben der amerikanischen Staatsbürgerschaft auch die britische, irische und kanadische. Die Botschaften dieser Länder hatten konsularischen Zugang zu dem Mann beantragt.