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Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen?

Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen?
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Die Diskussion um Tempolimits auf deutschen Autobahnen ist wieder da. Der Verkehrsminister nannte sie gegen jeden Menschenverstand, dagegen sprechen sich die Gewerkschaft der Polizei und die Unfallforscher der Versicherer klar für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen aus.

3200 Menschen kamen 2018 auf deutschen Straßen ums Leben, 409 und fast 6000 Schwerverletzte davon auf der Autobahn. Auf je eine Milliarde Fahrzeugkilometer sind 1,6 Unfalltote zu beklagen, auf den durchgehend geschwindigkeitsbeschränkten Land-, Orts- und Bundesstraßen sind es 5,3 Tote.

Unfallforscher sehen die großen Geschwindigkeitsunterschiede auf benachbarten Fahrstreifen als Unfallhauptursache. Wer mit 200 Stundenkilometern fährt, hat einen doppelt so langen Bremsweg wie jemand mit 130. Wo in Deutschland Geschwindigkeiten begrenzt werden, sinken die Opferzahlen deutlich. Und ein gleichmäßiges Tempo ist die beste Möglichkeit, den Verkehrsfluss zu optimieren, Straßen gut auszulasten und Staus zu verhindern.

"Freie Fahrt für frei Bürger" lautet seit Jahrzehnten der Schlachtruf der Tempolimitgegner: die Psychologie spielt eine wichtige Rolle in der in der Auto-Nation Deutschland sehr emotional geführten Diskussion.

Jörg-Michael Sohn, Verkehrspsychologe:

"Für viele Leute ist das Auto wie eine zweite Haut, unser zweites Wohnzimmer, sie fühlen sich darin sicher. Attackiert man diesen Raum, reagieren wir negativ, weil es da ans eingemachte geht"

Alle Beteiligten sagen, eine wissenschaftliche Untersuchung im Auftrag der Bundesregierung würde helfen, um die seit Jahrzehnten emotional geführte Diskussion zu versachlichen. Eine solche Studie gibt es für die meisten europäischen Länder. Nur in Deutschland bisher nicht.