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Brexit: 400.000 Briten in Spanien können aufatmen

Brexit: 400.000 Briten in Spanien können aufatmen
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Die spanische Regierung hat auf die Brexit-Sorgen der rund 400.000 in Spanien lebenden Briten reagiert. Madrid will ihnen ein Bleiberecht gewähren, wenn dies im umgekehrten Fall auch für in Großbritannien lebende Spanier Anwendung findet. Die Zahl der im Vereinigten Königreich lebenden Spanier wird auf rund 110.000 geschätzt.

Der spanische Außenminister Josep Borrell will auch besondere Maßnahmen für den Grenzverkehr zum britischen Hoheitsgebiet Gibraltar im Süden Spaniens treffen: "Das Hauptziel ist, keinen britischen oder spanischen Bürger oder seine Familien ungeschützt zu lassen. Es wird sich nichts ändern für Briten, die beschlossen haben, vor dem Austrittsdatum nach Spanien zu ziehen oder im Fall eines ungeregelten Brexit. Das Gleiche gilt für die Spanier, vor allem im Gebiet Campo de Gibraltar (Gebiet in Spanien, das an Gibraltar grenzt; d. Red.). Wir benötigen Mobilitätsmaßnahmen für die 9.000 Menschen, die dort täglich die Grenze zu Gibraltar passieren."

Die Gibraltar-Frage galt lange als letzter großer Stolperstein vor der Billigung des Brexit-Abkommens auf dem EU-Gipfel im November. Borrell kommentierte die Entwicklung: "Die Trennung von der Europäischen Union ist viel schwieriger, als man es sich hätte vorstellen können. Auch ohne das Vereinigte Königreich als Bestandteil des Euro- und Schengen-Raums. Man stelle sich nur vor, wie es bei einer anderen Art von Trennung aussehen würde."

Gibraltar steht seit 1704 unter der Souveränität des Vereinigten Königreichs, wird jedoch von Spanien beansprucht. 96 Prozent der Bevölkerung von Gibraltar hatten beim Referendum 2016 dafür gestimmt, in der EU zu bleiben. Der bevorstehende Brexit wird von den Bewohnern mit Sorge verfolgt.