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Luisa Neubauer (22): "Wir wollen nicht von Frau Merkel gelobt werden"

Luisa Neubauer (22): "Wir wollen nicht von Frau Merkel gelobt werden"
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Die Studentin Luisa Neubauer ist das bekannteste Gesicht der "Fridays for Future" in Deutschland. Die 22-jährige Umweltaktivistin hat mehr zu sagen als nur den einprägsamen Slogan "Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut."

euronews: "Was ist das wichtigste Anliegen bei den Protesten am Freitag?"

Luisa Neubauer: "Am Freitag zeigen wir zwei Dinge ganz laut und deutlich. Das eine ist: Wir sind auf der ganzen Welt. Wir fordern von jeder Regierung auf der ganzen Welt ein, dass sie Paris-kompatible Klimapotitik fahren.Und das andere ist aber auch, dass wir zeigen, dass wir niemanden aus der Pflicht nehmen."

"Jeder steht in der Pflicht, sich für das Klima einzusetzen"

"Wir als junge Menschen können nicht die Hausaufgaben einer ganzen Republik übernehmen. Wir fordern von allen Generationen ein, sich für das Klima in unserer Zukunft zu positionieren. Das betrifft die Politik, die Regierungen, genauso wie die, die Medien machen und die älteren Generationen. Jede Wählerin und jeder Wähler in Deutschland steht in der Pflicht, sich für uns und unser Klima einzusetzen. Denn wir sind da alle gemeinsam drin und stehen alle in der Verantwortung, etwas zu tun."

"Wir gehen nicht auf die Straße, um von Frau Merkel gelobt zu werden"

euronews: "Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier haben die Proteste gelobt. Was sagen Sie dazu?"

Luisa Neubauer: "Es ist tragisch, weil es auf eine sehr bildliche Art unterstreicht, dass auch die beiden nicht verstanden haben, worum es geht. Es ist schön, dass sie unser Engagement loben.

Wir gehen nicht auf die Straße, um von Frau Merkel gelobt zu werden. Wir gehen auf die Straße, und wir fordern, dass sie sich der Klimapolitik annimmt, dass sie echte Klimapolitik antreibt und initiiert.Daher geht das Lob ehrlich gesagt in eine sehr falsche Richtung.

euronews: "Was sollte Angela Merkel als erstes tun?"

Luisa Neubauer: "Als erstes sollte sie ihre selbstgesteckten Ziele einhalten."

Auf dem Klimagipfel in Kattowice hatte Luisa Neubauer die Schülerin Greta Thunberg kennengelernt, Die 16-Jährige wurde gerade in Schweden als "Frau des Jahres" ausgezeichnet. In Hamburg haben Luisa Neubauer und Greta Thunberg gemeinsam demonstriert.

REUTERS/Morris Mac Matzen
Greta Thunberg in HamburgREUTERS/Morris Mac Matzen

Luisa Neubauer: "Greta ist eine sehr beeindruckende Person, sehr einnehmend auf ihre Art und Weise, eine sehr bescheidene Art und Weise."

euronews: "Was ist der Unterschied zwischen Greta und Ihnen? Wie sehen Sie sich?"

Luisa Neubauer: "Greta und ich sind zwei junge Frauen, die sich für das Klima einsetzen, das verbindet uns enorm - abgesehen davon leben wir in zwei unterschiedlichen Ländern und machen sehr unterschiedliche Dinge in verschiedenen Bereichen. Greta macht ein ganz beeindruckendes und sehr wichtiges Agenda-Setting.

Wir in Deutschland, wir beleben eine Bewegung, die es so noch nicht gegeben hat."

Am Freitag findet der Streik von Schülerinnen, Schülern, Studentinnen und Studenten in deutshcen 170 Städten statt - und weltweit in vielen mehr. Luisa Neubauer wird beim Protest in Berlin mitmachen.