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No-Deal-Szenario: Bald keine spanischen Tomaten mehr?

No-Deal-Szenario: Bald keine spanischen Tomaten mehr?
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“Das Meer aus Plastik” – so nennen die Spanier eine Gegend in der südlichen Provinz Almería. Denn dort gibt es Gewächshäuser soweit das Auge reicht. Die über 30.000 Hektar große Fläche ist sogar mit bloßem Auge aus dem Weltall zu erkennen.

Europas Gemüsegarten

Hier reift, was sich später in den Regalen europäischer Supermärkte stapelt – 3,5 Millionen Tonnen Obst und Gemüse jährlich. Für Spanien eine wichtige Einnahmequelle. Doch Europas Gemüsegarten steht vor einer großen Herausforderung: dem Brexit.

“2017 war das Vereinigte Königreich der drittwichtigste Importeur von spanischem Obst und Gemüse innerhalb der ganzen EU. Wir liefern Früchte in Topqualität nach Großbritannien und die Preise, die Supermärkte dort dafür bezahlen, sind sehr attraktiv für uns“, erklärt der Gemüsebauer Andrés Góngora.

Angst vor dem Multi-Millionen-Loch

Noch bleibt die Chance, dass sich Brüssel und London im Guten trennen und enge Handelspartner bleiben. Doch ein harter Brexit mit der sofortigen Wiedereinführung von Zollschranken an den Grenzen ist keinesfalls vom Tisch.

Für Gemüsebauern wie Góngora ein Schreckensszenario. Er befürchtet, dass ein "No-Deal" ein Multi-Millionen-Loch in ihr Geschäft reißen könnte: "Wird das Vereinigte Königreichs zollrechtlich zu einem Drittland, wäre das für uns wie nach China, Japan oder Australien zu exportieren. Das wäre eine ziemlich schwierige Situation, denn die Mengen, die wir an die Briten liefern, sind enorm.

Verrotten Waren bald an der Grenze?

Ein harter Brexit könnte bedeuten, dass Lebensmittel-LKW über Stunden, vielleicht Tage im Zoll stecken - und frische Waren wie Obst und Gemüse verderben. Auch bei Milchprodukten aus der EU dürfte das zum Problem werden.

Negative Schlagzeilen

Der Brexit ist nicht die einzige Sorge der Gemüsebauern von Almería. Sie haben immer wieder mit Negativschlagzeilen zu kämpfen: Das Wasser in der Region wird knapp. Und zuletzt deckte ein Reporterteam die teils katastrophalen Lebens- und Arbeitsbedingungen der meist ausländischen Erntehelfer auf.