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Chinas „Neue Seidenstraße“ führt über Italien

Chinas „Neue Seidenstraße“ führt über Italien
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Die italienische Regierung setzt auf Chinas Wirtschaftskraft, um damit auch das eigene Land voranzubringen. Die Hafenstadt Triest soll in der künftigen Zusammenarbeit eine entscheidende Stellung einnehmen. Qian Zhang ist Chinese und lebt in Triest. Was erhofft sich Peking?

„In den vergangenen Jahren hat China versucht, seine Exporte zu steigern, weil das Wirtschaftswachstum des Landes einen erheblichen Dämpfer erhalten hat. Die Neue Seidenstraße wird deshalb von der chinesischen Regierung angeschoben, um den chinesischen Waren einen noch größeren Zugang zum europäischen Markt zu verschaffen“, sagt Qian Zhang.

Unter der Überschrift Neue Seidenstraße will China zusätzliche Märkte erschließen - in gegenseitigem Respekt, wie Präsident Xi Jinping mit Blick auf Italien betonte. Das sehen nicht alle so: China wolle seinen Einfluss ausweiten, das Vorgehen des Landes sei schwer einsehbar, meinen Kritiker.

„Italien nicht die Schwachstelle Europas“

Der Unternehmer Federico Pacorini meint: „Ich hoffe, dass sich China Italien nicht zuwendet, weil es meint, dieses sei die Schwachstelle Europas. Und ich hoffe nicht, dass China davon ausgeht, in Italien eine vorherrschende Stellung erlangen zu können wie anderswo.“

Xi Jinping sagt der chinesisch-italienischen Wirtschaftszusammenarbeit eine glänzende Zukunft voraus. Dass Italien von chinesischen Marken überschwemmt werden könnte, glaubt Zeno D'Agostino, Vorstandsvorsitzender des Triester Hafenbetreibers nicht. „Soweit ich weiß, sind die chinesischen Waren Produkte europäischer Marken. 90 Prozent der chinesischen Waren, die in Europa verkauft werden, sind unsere Marken.“

Italien ist das erste Land der Gruppe der sieben weltweit führenden Wirtschaftsnationen G7, das eine solch enge Zusammenarbeit mit China eingeht.