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Spaniens Landleben stirbt

Spaniens Landleben stirbt
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Ländliche Gegenden in Spanien werden immer bevölkerungsärmer. Auf dieses Problem machten in Madrid tausende Demonstranten aufmerksam. Verbände und Gruppierungen aus 23 Provinzen beteiligten sich an der Kundgebung, nach Angaben der Behörden folgten rund 50.000 Menschen dem Demonstrationsaufruf. Am Freitag hatte die spanische Regierung ein Maßnahmenpaket beschlossen, um die Landflucht einzudämmen.

„Es ist fast so, als seien wir Bürger zweiter Klasse, obwohl wir dieselben Rechte haben“, sagt ein Mann.

Und ein weiterer Demonstrationsteilnehmer betont: „Uns fehlt es an allem. Jeden Tag wird irgendetwas gekürzt: Ärzte und Lehrer fehlen, wir haben fast keine Infrastruktur, um den Wegzug der Menschen zu bekämpfen."

Tausende Dörfer sind bereits menschenleer, besonders von der Landflucht betroffen sind die Provinzen Teruel, rund 220 Kilometer östlich von Madrid, sowie Soria, 180 Kilometer nördlich der Hauptstadt gelegen.

48 Prozent der Gemeinden in Spanien weisen eine Bevölkerungsdichte von weniger als 12,5 Einwohner je Quadratkilometer auf. Zum Vergleich: Im Großraum Madrid leben auf einem Quadratkilometer statistisch rund 810 Menschen.

Die Parteien haben die Landflucht längst als Wahlkampfthema entdeckt. Denn: Am 28. April findet in Spanien die vorgezogene Parlamentswahl statt.