Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.
Eilmeldung

Pilger enttäuscht vom Papstbesuch

Pilger enttäuscht vom Papstbesuch
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Der dreitägige Besuch des Papstes in Rumänien sorgt für Aufregung bei der ungarischsprachigen Minderheit der Szekler in der Region Siebenbürgen.

Viele von ihnen beenden gerade den Marienweg, ihre Pilgerreise nach Schomlenberg, wo Papst Franziskus an diesem Samstag eine Messe feiern wird.

"Ich habe meine Pilgerreise am 29. März in Mariazell begonnen. Ich habe 61 Tage gebraucht, um die 1460 km zurückzulegen. Ich bin zum Besuch des Papstes angekommen", erzählt einer der Pilger.

Das Leben in dem rumänischen Wallfahrtsort ist für gewöhnlich eher ruhig und beschaulich.

Nur an Pfingsten versammeln sich hier hunderttausende ungarische Katholiken, um gemeinsam zu beten.

Papst ist unnahbar

Dieses Jahr lockte der Besuch von Papst Franziskus zahlreiche Pilger vor dem üblichen Pfingsttreffen in den Ort.

Aber die Erwartungen wurden enttäuscht: "Wir hatten uns vorgestellt, dass wir den Papst von Herzen willkommen heißen könnten, dass wir ihm nahe sein würden bei einer spontanen Begegnung. Jetzt bemerken wir, dass die Realität ein wenig anders aussieht. Er wird von Sicherheitskräften abgeschirmt. Das stört uns ein wenig, all dieser Lärm um seinen Besuch", sagt Pilger.

Das Szeklerland im Osten Siebenbürgens ist zwar hunderte von Kilometern von der ungarischen Grenze entfernt, aber Ungarisch ist die Muttersprache der Szekler, die etwa 70 Prozent der Einwohner ausmachen.

Es kommt immer wieder zu Spannungen mit der rumänischen Bevölkerung. "Unsere Geschichte beeinflusst unseren Alltag. Nach dem Friedensvertrag von Trianon vor 100 Jahren wurden die Grenzen neu gezogen, ohne uns, die Menschen, zu fragen. Und wir wurden gezwungen, in einem anderen Land zu leben", erzählt ein Szekler.

Die Szekler möchten ihre Traditionen bewahren und kulturelle Autonomie erlangen.

Da Rumänien ein EU-Land ist, fordern sie dieselben Minderheitenrechte, die auch in anderen EU-Staaten gelten, wie zum Beispiel für die Katalanen in Spanien.