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Ein Jahr nach der Feuerkatastrophe von Mati

Ein Jahr nach der Feuerkatastrophe von Mati
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Diese Aufnahmen sind ein Jahr alt, viele Griechen haben sie immer noch vor Augen. Ende Juli 2018 brachen in Kinetta im Bezirk Westattika und östlich von Athen Waldbrände aus. Große Hitze, Trockenheit und böiger Wind begünstigten die Ausbreitung der Flammen.

Der Küstenort Mati - nur rund 30 Kilometer von der Athener Innenstadt entfernt - war besonders stark betroffen. 102 Menschen starben.

Ein Feuerwehrmann erinnert sich an den Beginn der Katastrophe: „Wir haben gesehen, dass es in Penteli Rauchentwicklung gab. Noch war der Grund nicht klar, die Berge standen im Weg. Wir haben dann den Behörden Bescheid gegeben.“

Die Feuerwalze raffte ganze Häuser dahin, viele Menschen wurden von den Flammen überrascht, die sich rasend schnell ausbreiteten und Bewohner von Mati in ihren Wohnungen einschlossen. Andere retteten sich durch einen Sprung ins Meer.

„Überall, wo ich war, hatte ich immer die Flammen im Rücken“, so ein Überlebender. „Ich war auf dem Fahrrad unterwegs und wurde vom Feuer verfolgt.“ Und eine Frau sagt: „Lärm, Angst, Schreie. Die Flammen reichten bis zum Meer.“

Angesichts der Brände völlig überfordert

48 Frauen, 43 Männer und elf Kinder kamen in Mati um, sie verbrannten, erlitten tödliche Rauchvergiftungen oder ertranken, nachdem sie auf der Flucht vor dem Feuer ins Wasser gesprungen waren. 97 Todesopfer waren Griechen, auch Urlauber aus Polen, Irland, Belgien und Georgien kamen ums Leben.

Allein 26 Menschen verbrannten auf einem Grundstück, das von den Flammen eingeschlossen wurde. Ein Bewohner von Mati erinnert sich. „Das Feuer kam von Westen. Sie haben gesehen, dass das Tor offenstand. Sie sind durchgegangen und sind zusammen mit den Hausbesitzern losgelaufen, den Abhang und die Treppen zum Stand herunter. Die zweite Gruppe kam drei oder vier Minuten später und ist leider auch durch dieses Tor gegangen. Sie wurden schon von den Flammen bedroht. Es gab dann drei verhängnisvolle Minuten: Aus dem ausgetrockneten Flussbett schlug ihnen das Feuer entgegen, sie waren auf dem Gelände eingeschlossen und sind verbrannt.“

Die griechische Regierung - damals noch unter der Leitung von Alexis Tsipras - stellte Hilfsgelder in Millionenhöhe zur Verfügung, um den Opfern unter die Arme zu greifen und die erheblichen Schäden zu beseitigen. Betroffene in Mati warfen der Feuerwehr und den Behörden vor, angesichts der Brände völlig überfordert gewesen zu sein.