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Eine junge Frau, die weder Rockstar, noch "apokalyptischer Guru" sein will

Eine junge Frau, die weder Rockstar, noch "apokalyptischer Guru" sein will
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In Paris wird sie gefeiert wie ein Rockstar: Greta Thunberg. Ist sie nur eine gehypte Medienfigur oder eine junge Frau, die die Einstellung der Menschen zum Klimawandel tatsächlich verändert. Da scheiden sich die Geister. Euronews hat französische Politiker gefragt.

Guillaume Larrivé, Abgeordneter der rechten Partei "Les Républicains", twittert: Das Land brauche keinen "apokalyptischen Guru". Sébastien Chenu, vom rechtsextremen "Rasemblement national", der Partei von Marine Le Pen, fragt: "Wenn ich mich nicht vor ihr niederwerfe, bin ich dann politisch auf der falschen Seite?"

Auch einige Unterstützer formulieren Kritik: Warum lässt jemand die Schule sausen, nur um zu demonstrieren? Bénédicte Peyrol von Macrons Bewegung "La république en marche" sagt: "Ich bedaure, dass wir Greta in eine Heldin und eine Ikone verwandeln. Meine Helden sind diejenigen, die ich in meinem Wahlkreis sehe und die versuchen, eine Lösung zu finden, oder die Bauern, die ich treffe, die sich fragen, was sie für den ökologischen Wandel tun können. Wir alle sind uns der Klimakrise bewusst, die Warnungen der Wissenschaftler werden nur von wenigen angezweifelt. Jetzt müssen wir konkrete Maßnahmen ergreifen."

Greta Thunberg löst unterschiedliche Reaktionen aus, aber sie hat einen großen Einfluss auf junge Menschen. In Lyon haben wir ein paar junge Leute gefragt, was sie über Greta denken und was sie selbst in ihrem täglichen Leben für die Umwelt tun können. Fast alle, mit denen wir gesprochen haben, wissen, wer sie ist. Einige von ihnen haben kürzlich an einem Klimamarsch teilgenommen. Sie können sich leichter mit ihr identifizieren: "In Anbetracht der Tatsache, dass sie jung ist, fühlen wir uns mehr angesprochen, wir fühlen uns mehr angesprochen von dem, was sie macht und was sie sagt." "Einige Politiker engagieren sich schon seit langem für die Umwelt, aber ich denke, die Stimme der Jugend verstärkt die Bewegung."

Auch andere junge Franzosen haben nicht erst darauf gewartet, dass Greta Thunberg den Kampf gegen den Klimawandel beginnt: "Das ist wichtig: Recycling, Energieverbrauch, Mobilität..." "Es gibt viele Möglichkeiten, etwa über die sozialen Medien, Dinge zu verändern: zum Beispiel: Den Müll am Strand zu sammeln."

Greta Thunberg kommt durchaus zur rechten Zeit nach Paris. Frankreich hat vor wenigen Wochen den Klimanotstand erklärt. Das Land hat zudem ehrgeizige Ziele in Sachen CO2-Emmissionen formuliert. Es gibt also Gesprächsbedarf. Greta Thunberg will die Klimadebatte anstoßen, als "Guru der Apokalypse" sieht sie sich nicht.