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Taliban - Angriff auf Kunduz

Taliban - Angriff auf Kunduz
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Angriff begann Samstag Nacht

Kämpfer der radikalislamischen Taliban haben in der Nacht einen groß angelegten Angriff auf die nordafghanische Provinzhauptstadt Kunduz gestartet.

Mehrere Viertel zeitweise unter Taliban - Kontrolle

Die Taliban konnten mehrere Einrichtungen und Gebiete in der Stadt einnehmen, darunter die Zentrale der Energieversorgung. Es gebe Tote und Verletzte bei Polizei und Zivilisten, allerdings sei die Zahl unklar.

Rohullah Ahmadzai, Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums:

"Die Taliban-Kämpfer sind in zwei Vierteln, in einem Krankenhaus und einem Wohngebiet, wo sie Häusern verschanzt haben Deshalb können wir unsere Operationen nicht konsequent umsetzen, wir wollen zivile Opfer vermeiden."

Die Taliban kontrollieren weite Teile der Provinz Kunduz. Im Rahmen der Nato-Mission "Resolute Support" ist eine kleine Gruppe von Soldaten weiterhin dort, um die afghanische Armee zu beraten. Kunduz war bereits im Herbst 2015 und 2016 kurzzeitig an die Taliban gefallen. Afghanische Provinzräte hatten in den vergangenen Wochen und Monaten mehrfach vor neuen Angriffen der Taliban auf die Stadt gewarnt.

Erst am Freitag hatten die Taliban in mehreren Bezirken der Nachbarprovinz Takhar massive Angriffe auf die Sicherheitskräfte durchgeführt.

Angriff während laufender Verhandlungen

Der Angriff kommt inmitten laufender Gespräche zwischen den Taliban und den USA über eine politische Lösung des seit fast 18 Jahren andauernden Konflikts. Die jüngste Gesprächsrunde hatte vor acht Tagen in Doha begonnen. Zuletzt hatten sich beide Seiten optimistisch gezeigt, bald ein Abkommen erzielen zu können, der im Abzug der amerikanischen Truppen münden soll.

Auch das Lager der deutschen Bundeswehr in Kunduz wurde am Samstag beschossen. Das noch nicht näher identifizierte Geschoss schlug in der Früh auf dem Gelände nahe dem Stadtgebiet ein, ohne jemanden zu treffen oder zu verletzen, wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in der deutschen Stadt Potsdam mitteilte.