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TICAD 7: Kongo und Japan verstärken Beziehungen

TICAD 7: Kongo und Japan verstärken Beziehungen
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In Yokohama hat die TICAD 7 stattgefunden, die traditionelle Afrika-Entwicklungshilfehilfekonferenz, die Japan alle drei Jahre mit Partnern wie der Weltbank und der Afrikanischen Union veranstaltet. Sie hatte erstmals 1993 in Tokio unter dem Namen "Tokyo International Conference on African Development" (TICAD) stattgefunden.

"Die 7. japanische Afrika-Entwicklungshilfehilfekonferenz wurde von mehreren Staatschefs besucht darunter Félix Tshisekedi, dem Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo, der für die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen seinem Land und Japan warb", so aficanews-Reporter William Bayiha.

Tshisekedi ist der erste kongolesische Staatschef, der an einem TICAD-Gipfel teilnimmt. Am Rande bilateraler Treffen mit seinen Amtskollegen traf er sich mit Wirtschaftsvertretern großer Unternehmen, die am von der japanischen Regierung organisierten Japan-Afrika-Forum teilnahmen.

"Japan hat positive Spuren im Kongo hinterlassen", so der kongolesische Staatschef. "Ich denke da zum Beispiel an die Maréchal-Brücke, die 'Avenue des poids lourds', das sind solide Projekte, die auch heute noch intakt sind. Die Zahl der Unternehmer, die ich empfangen habe, zeigt das klare Interesse, das Japan an meinem Land hat und darauf bin ich stolz."

Die TICAD-Länder haben sich für eine stärker auf den Handel ausgerichtete Zusammenarbeit zwischen Japan und Afrika entschieden. Um die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents zu beschleunigen, will die Japanische Außenhandelsorganisation (JETRO) afrikanische Unternehmen bei der Strukturierung ihrer Projekte in Anlehnung an japanische Standards unterstützen.

"Früher haben wir Afrika finanziell unterstützt", sagt JETRO-Mitarbeiter Noanory Yamada. "Aber in jüngster Zeit hat sich Afrika für japanische Unternehmen zu einem interessanten Ziel entwickelt, um dort zu investieren, Geschäfte zu tätigen sowie Waren und Dienstleistungen zu exportieren."

Kinshas hofft auf Unterstützung beim Ausbau der Infrastruktur

Fast 15.000 Kilometer von Japan entfernt, unterstützt die Kongolesische Investitionsförderagentur (ANAPI) in Kinshasa lokale Unternehmen. Während Japan eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit im Blick hat, hofft man vor Ort im Kongo auf Unterstützung beim Ausbau der Infrastruktur.

"In der Zusammenarbeit mit Japan haben wir aktuell keinen Zugang mehr zu bestimmten Fonds zu günstigen Konditionen", erklärt ANAPI-Geschäftsführer Anthony Nkinzo Kamole. _"Wir hoffen, dass wir wieder dahin kommen. Und wir hoffen, dass sich die Japaner mit unserer Stromproblematik beschäftigen. Ich spreche zum Beispiel von den Inga-Staudämmen mit ihren Wasserkraftwerken. Denn wenn sich die Japaner mit etwas beschäftigen, ist das Ergebnis gut durchdacht, gut gebaut und sehr langlebig."

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Die Demokratische Republik Kongo will ihre Wirtschaftsbeziehungen zu Japan auf der 7. japanischen Afrika-Entwicklungshilfekonferenz stärken. Kinshasa profitiert bereits von den Auswirkungen früherer TICADs, was man an Beispielen wie der 'Avenue de Poids lourds', der Berufsausbildung junger Menschen oder der Unterstützung beim Kampf gegen den Ebola-Virus sehen kann.

Japan engagiert sich für humanitäre Themen

Japan engagiert sich für humanitäre Themen, insbesondere in der Ebola-Forschung, wie sich am "Institut de recherche biomédicale" in Kinshasa zeigt: Schnelle Screeningvorrichtungen, Schutzausrüstung für Forscher, die japanische Unterstützung erstreckt sich auf das ganze Land:

"Aus Japan ist ein Team eingetroffen, dass die Provinzen, die an die derzeit betroffenen Regionen angrenzen, dabei unterstützt, sich auf einen eventuellen Ausbruch des Virus vorzubereiten, - besonders die Provinz Tshopo", erzählt Instituts-Direktor Professor Jean-Jacques Muyembe..

Die japanischen Stelle für internationale Zusammenarbeit (JICA) unterstützt die Arbeit von Professor Jean-Jacques Muyembe. Das Engagement des mit dem Hideyo Noguchi-Preis ausgezeichneten Wissenschaftlers veranlasste Tokio auch, die Modernisierung des "Institut de recherche biomédicale" in Kinshasa zu finanzieren.