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Säbelrasseln zwischen Venezuela und Kolumbien

Säbelrasseln zwischen Venezuela und Kolumbien
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Venezuelas Nachbarn machen mobil gegen die Regierung von Nicolás Maduro. Die Mitgliedsstaaten des Interamerikanischen Vertrags über gegenseitigen Beistand (TIAR, „Rio-Pakt“) – 17 Staaten einschließlich der USA - beschlossen eine Dringlichkeitssitzung, um über weitere Maßnahmen gegen Maduros Regierung in Venezuela zu beraten.

Zuvor hatte Kolumbien dem Nachbarland Venezuela die
Unterstützung von linken Guerillaorganisationen vorgeworfen. Die
venezolanische Regierung gewähre kolumbianischen Rebellengruppen Schutz sowie logistische Unterstützung und versorge sie mit Waffen, sagte der kolumbianische Außenminister Carlos Holmes Trujillo im Ständigen Rat der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Washington. Sowohl Mitglieder der Guerillaorganisation ELN als auch Splittergruppen der Farc-Rebellen stünden in Venezuela unter dem Schutz der Regierung von Nicolás Maduro. Das bedrohe die demokratische Stabilität und Sicherheit in der Region, sagte Holmes Trujillo.

„Es ist klar, dass die Regimes von Chavez und Maduro die terroristischen Organisationen, die in Kolumbien Verbrechen begehen, die Kolumbien Schaden zugefügt haben, die in meinem Land Blut vergossen haben, als politische Organisationen eingestuft haben."

Venezuelas Regierung hatte derartige Anschuldigungen in der Vergangenheit stets zurückgewiesen und wirft der kolumbianischen Regierung ihrerseits vor, das Nachbarland destabilisieren zu wollen.

Zur Zeit läuft ein mehrwöchiges Militärmanöver der venezolanischen Streitkräfte an der Grenze zu Kolumbien. An den Übungen sollen laut Generalstab rund 150.000 Soldaten teilnehmen.

Kolumbien und Venezuela unterhalten seit Februar dieses Jahres keine diplomatischen Beziehungen mehr. Mit den Militärübungen reagiert Venezuela auf Angriffe des kolumbianischen Präsidenten Iván Duque, der Caracas beschuldigt hat, Dissidenten der FARC-Guerilla zu beherbergen.

General Luis Fernando Navarro, Chef der kolumbianischen Streitkräfte:

"Wir sind in besonderer Alarmbereitschaft, überwachen die Lage und schützen weiter unsere Grenzen ... Wir hoffen, dass diese Übungen keine Probleme für der Sicherheit Kolumbiens auslösen."

Der "Rio-Pakt" sieht vor, dass bei einem bewaffneten Angriff auf ein Mitglied der gemeinsame Verteidigungsfall eintritt - ähnlich wie bei der transatlantischen Militärallianz Nato, in der auch Deutschland Mitglied ist.

su mit dpa