Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.
Eilmeldung

Amazonas brennt: Bolsonaro, Morales unter Beschuss

Amazonas brennt: Bolsonaro, Morales unter Beschuss
Copyright
REUTERS/David Mercado
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Im Amazonasbecken brennt der Wald, 12 Millionen Hektar in diesem Jahr – da passt beinahe ein Staat wie Griechenland rein – vor allem in in Brasilien, wo der rechte Präsident Jair Bolsonaro den Wald aus wirtschaftlichen und geostrategischen Gründen erschließen will. Aber auch in Bolivien hat der sozialistische Präsident Evo Morales Anfang Juli "kontrollierte Brände" per Dekret erlaubt, um Viehweiden und Ackerflächen zu gewinnen. Bald darauf zerstörten Feuer auch in Bolivien Hunderttausende Hektar Wald.

Bolivien erlebt die schlimmsten Brände seit Menschengedenken. Seit Januar sind 5 Millionen Hektar Wald und Savanne verloren gegangen, 2 Millionen davon in den letzten beiden Monaten. Die Flammen bedrohen 1.200 Arten. Amazonas' indigene Gemeinschaften nennen es "Umwelt-Völkermord". Obwohl 5.000 Menschen die Brände bekämpfen, sind die Flammen immer noch außer Kontrolle.

Marta Suárez (Gemeinde Tierra Hermosa, Region Chiquitanía, Department Santa Cruz):

"Auf der Seite der Gemeinde Tierra Hermosa bekamen wir 20 Löschladungen, und es brannte immer noch weiter. Auf dieser anderen Seite haben die Löschhubschrauber wir 120 mal ihre Tanks geleert und jeder Hubschrauber hatte 2.500 Liter dabei. Aber das Feuer war stärker. “

00.49 San Ignacio municipality, French base of Operation and EU Civil Protection Coordination Centre

Das Departement Santa Cruz und seine Trockenwaldregion Chiquitania sind am schlimmsten betroffen. Laut örtlichen Behörden sind noch rund vierzig Brände aktiv, und die Flammen fressen sich auch in neue Gebiete. Viele Einheimische sind seit Wochen aktiv am Löschen von Bränden beteiligt, wie Gregorio, ein Viehzüchter in der Gemeinde Guadalupe. Zwei Wochen lang arbeitete er im Wald, um die Flammen zu stoppen.

"WAS SOLL MEIN VIEH FRESSEN?"

Gregorio Nuñez, Viehzüchter:

„Am ersten Tag bin ich alleine hierher gekommen. Ich hatte Angst, dass meine Weide verbrennen könnte. Wenn ja, was würde mein Vieh dann fressen? Dann organisierten wir einige Gruppen und kamen mit acht, zehn, zwanzig Leuten, um die Feuer auszukriegen.“

Experten sagen, dass eine der Ursachen für die Brände die übliche Brandrodung-Praxis des Chaqueo ist. Das sei aufgrund starker Winde und hoher Temperaturen außer Kontrolle geraten. Boliviens erster indigener Präsident Evo Morales, der für eine umstrittene vierte Amtszeit kandidiert, wurde von Umweltschützern und Einheimischen beschuldigt, die Brände durch sein Dekret vom vergangenen Juli zu fördern, das die Brandrodung legalisierte, um Wälder in Weiden zu verwandeln. Morales hat nach massiven Protesten um internationale Unterstützung gebeten, auch die EU.

Anfang September traf ein Team von rund 40 hochspezialisierten französischen Feuerwehrleuten in der Region ein.

Monica Pinna, Euronews:

„Das Thema Waldbrände in diesem Teil der Welt ist besonders nach dem G7-Gipfel in Frankreich (Biarritz, August 2019) zu einem heiklen Thema geworden, das letztendlich den Schwarzen Peter der lokalen Agrarpolitik zuschiebt. In Bolivien hat sich die Entwaldung seit 2015 verdreifacht. “

Monia Pinna, su