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Eilmeldung

Was wir über den Angriff von Halle wissen

Polizei in Halle
Polizei in Halle -
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REUTERS/Hannibal Hanschke
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Bei Schüssen in der Stadt Halle (Saale) sind der Polizei zufolge zwei Menschen - eine Frau und ein Mann - getötet und mehrere Personen verletzt worden. Die Frau war eine Passantin, die der Angreifer vor der Synagoge erschossen hat. Sie kam vorbei, als er versuchte, mit Schüssen und auch mithilfe von Sprengstoff, die Synagoge zu stürmen, was ihm aber dank der Sicherheitstür nicht gelang. Der Mann wurde in einem Döner-Imbiss erschossen.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer spricht von "ausreichend Anhaltspunkten für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund".

Wer ist der Angreifer?

Aus Sicherheitskreisen wurde am Mittwochabend bestätigt, dass es sich bei dem festgenommenen Angreifer um den 27-jährigen Deutschen Stephan B. aus Sachsen-Anhalt handelt.

Der junge Mann war offenbar in rechtsextremen Foren im Internet aktiv.

Er lebte etwa 40 km von Halle entfernt in der Wohnung seiner Mutter. Nach dem Abitur soll er eine Zeit lang als Techniker bei einem Radiosender gearbeitet haben.

Tat mit Helmkamera gefilmt und ins Internet gestellt

Der Angreifer hat die Tat mit einer an seinem Helm montierten GoPro-Kamera gefilmt und im Internet gestreamt. Die meisten Personen, die das Video gesehen haben, meinen, dass es sich um einen Neonazi handelt. In dem über Twitch - einer Plattform für Videospiele - verbreiteten Video beschimpft der Täter offenbar "Kanaken" und "Juden".

Wenige Stunden später wurde das Video gesperrt.

Viele Elemente erinnern an den Angriff auf die Moschee im neuseeländischen Christchurch.

So hat der Angreifer auch eine Art rechtsextremes Manifest veröffentlicht, das er an das Live-Video angehängt hatte.

Dramatische Szenen in der Synagoge

In der Synagoge in Halle waren an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag etwa 80 Menschen versammelt. Es spielten sich dramatische Szenen ab, denn sie sahen über eine Überwachungskamera, wie ein Mann in schwarzer Kampfausrüstung sie angreifen wollte.

Die Aufforderung an die Bevölkerung, in den Wohnungen zu bleiben, wurde am frühen Abend aufgehoben. Doch der Polizeieinsatz dauerte an.

Eine Sprecherin des Generalbundesanwalts sagte am Nachmittag, es gebe ausreichend Anhaltspunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund der Tat. Dafür sprächen die gesamten Umstände. Das ist der Hintergrund für die Ermittlungen des Generalbundesanwalts.

Amok-Lage in Halle

Die Stadt Halle sprach von einer "Amoklage". "Alle Rettungskräfte der Feuerwehr wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Die Stadt hatte am Mittag eine Meldung über die Kat-Warn-App herausgegeben mit dem Hinweis an die Bevölkerung, Gebäude und Wohnungen bis auf Weiteres nicht zu verlassen."

Das Paulusviertel in Halle an der Saale