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10. Protesttag in Folge: Verletzte und Sitzblockaden

10. Protesttag in Folge: Verletzte und Sitzblockaden
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Reuters / MOHAMED AZAKIR
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Im Libanon ist es am zehnten Tag in Folge zu Massenprotesten gegen die Regierung gekommen. In der nordlibanesischen Hafenstadt Tripolis setzten Sicherheitskräfte Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten ein.

Die Armee teilte mit, dass ihre Einheiten mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen worden seien, als sie eine Straßenblockade beenden wollten. Demonstranten berichten von Warnschüssen. Sechs Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, es kam zu Festnahmen.

"Wir fordern, eine Untersuchung bei jedem Soldaten der auf diese armen Menschen geschossen hat," sagt ein wütender Demonstrant. "Sie sind arm, sie sind hungrig, Menschen sterben, weil sie es nicht mehr aushalten. Wir fordern transparente Ermittlungen mit dem Chef der Armee."

Ministerpräsident Hariri ließ verlautbaren, man habe eine Untersuchung der Ereignisse angeordnet. Auch in der Hauptstadt Beirut waren Polizeikräfte im Einsatz, um die Blockade einer Autobahnbrücke zu beenden.

"Die Straßen sind unser einziges Druckmittel", meint ein junger Mann. "Wir werden die Straßen nicht verlassen, bis unsere Forderungen erfüllt sind. Es sind mal mehr Menschen, mal weniger. Es ist leider nicht einfach, eine Revolution im Libanon zu starten. Seien wir realistisch, es ist sehr schwer."

Der Ball scheint auch im Ausland ins Rollen gekommen zu sein. Vor der libanesischen Botschaft in London demonstrierten am Samstag Menschen und forderten den Rücktritt der libanesischen Regierung.

In den sozialen Netzwerken wurden dazu aufgefordert, an diesem Sonntag eine riesige Menschenkette entlang der libanesischen Küste von Tripolis bis nach Tyros zu bilden. Um die 170 Kilometer abzudecken, wären 100.000 Teilnehmer nötig.

Seit zehn Tagen kommt es im Libanon zu Massenprotesten gegen die Regierung. Am Freitag hatten Demonstranten wichtige Zufahrtsstraßen in die Hauptstadt Beirut blockiert. Banken, Schulen und Geschäfte blieben geschlossen.

Das kleine Land am Mittelmeer kämpft mit großen wirtschaftlichen Problemen und hat eine der höchsten Staatsschuldenquoten weltweit.

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