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Die dänische Elektrofähre Ellen zeigt den Weg in eine emissionsfreie Zukunft

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Die dänische Elektrofähre Ellen zeigt den Weg in eine emissionsfreie Zukunft
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Ellen ist die größte vollelektrische Fähre der Welt. Sie verbindet zwei dänische Inseln, ohne ein einziges Gramm CO2 auszustoßen. Der Weg zur Elektrifizierung von Seeschiffen ist das Thema dieser Futuris-Folge.

"Gleich gehen wir an Bord der Ellen, der größten Elektrofähre der Welt, die ausschließlich mit Strom fährt", sagt euronews-Reporter Cyril Fourneris. "Seit ein paar Monaten verbindet sie - ohne Lärm und Rauch - zwei dänische Inseln. Sie ebnet damit den Weg für eine nachhaltige Umrüstung der Seeschiffe."

E-Ferry-Projekt unterstützt die Elektrifizierung von Seeschiffen

In ihrem Heimathafen auf der dänischen Insel Ærø nimmt Ellen Passagiere an Bord und die Batterien werden aufgeladen. Das 750 Tonnen schwere Schiff, das im August eingeweiht wurde, fährt fünfmal täglich die Nachbarinsel an. Das Projekt wurde von der Europäischen Union in Zusammenarbeit mit den Inselbewohnern kofinanziert. Auf der Insel will man so schnell wie möglich klimaneutral werden.

Aber was macht die Elektrofähre Ellen so besonders? Trine Heinemann, E-Ferry-Projektkoordinatorin erklärt:

_"Erstens die Tatsache, dass wir vollelektrisch fahren, wir benutzen überhaupt kein Schweröl mehr für den Betrieb des Schiffes. Und zweitens die Entfernung, die wir abdecken: 22 Seemeilen, das ist das Siebenfache dessen, was Elektrofähren sonst bewältigen. Je länger die Strecken werden, desto nutzbarer wird natürlich die eingesetzte Technologie. In Europa sind es meiner Meinung nach etwa 80 Prozent des Fährverkehrs, der in einer Reichweite von 22 Seemeilen abläuft."
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Die dänische Insel Ærø will klimaneutral werden

Eine weitere Besonderheit: Die Windräder auf Ærø produzieren 130 Prozent des auf der Insel benötigten Stroms. Ein Teil des Überschusses kommt Ellen zugute. Fähren sind aktuell die größten Umweltverschmutzer auf der Insel.

Die Elektrofähre spart jährlich 2.000 Tonnen CO2-Emissionen ein - dank fast geräuschloser Motoren

und 56 Tonnen Lithium-Ionen-Batterien mit einer Kapazität von 4,3 MWh. Es gibt keinen Notfall-Dieselgenerator:

"Wir behalten jederzeit eine bestimmte Menge an Energie in jedem Batterieraum vor", so Trine Heinemann. "Wenn man also einen Batterieraum aus irgendeinem Grund nicht nutzen oder abschalten muss, bleibt immer genügend Energie aus dem anderen Raum übrig, um zurück in den Hafen zu kommen oder alle Notfallprozeduren ausführen zu können, falls wir in Seenot kommen."

Die Passagierräume bieten den Komfort einer klassischen Fähre. Zusätzliche Vorteile: weder Lärm noch Gestank. Das gewährleistet eine ruhige Überfahrt. Auch die Crew ist stolz auf die Elektrofähre:

"Eigentlich sind Elektromotoren kraftvoller, weil man sofort die volle Leistung hat, das ist sehr angenehm", findet Thomas Larsen, der Kapitän der Ellen. "Man kann die Ellen fast wie ein Schnellboot fahren."

Die Batterien kommen aus der Schweiz

Der Schweizer Batterienhersteller Leclanché wurde für den Antrieb der Fähre ausgewählt. Das Unternehmen entwickelte mehrere Innovationen, um die Projektanforderungen in Bezug auf Sicherheit und Effizienz zu erfüllen. Der Firmenchef ist überzeugt von der zentralen Rolle, die Lithium-Ionen-Batterien bei der von den internationalen Schifffahrtsbehörden geforderten Elektrifizierung spielen werden:

"Fast 12 Prozent der CO2-Emissionen im europäischen Wirtschaftsraum stammen aus dem Seeverkehr", sagt Anil Srivastava, Leclanché-Geschäftsführer. "Für Autos sind es 13 Prozent. Wir müssen uns auf den maritimen Sektor konzentrieren. Das ist der schnellste Weg, um die CO2-Emissionen in Europa zu reduzieren."

Das ist erst der Anfang: Das Unternehmen hat bereits 25 Aufträge für Elektroschiffe, einige davon sind sogar größer als Ellen:

"In Europa haben wir bei der Elektrifizierung von Seeschiffen weltweit die Führung übernommen", so Anil Srivastava. "Das Projekt E-ferry wird wichtige Betriebs- und Sicherheitsdaten liefern und dazu beitragen, nicht nur für Europa, sondern auch für die Welt Maßstäbe zu setzen."