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Werbeverbot gegen "Diktatur des Schwarzen Freitags"?

Werbeverbot gegen "Diktatur des Schwarzen Freitags"?
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REUTERS/Stephanie Keith/File Photo
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Das französische Parlament hat im Ausschuss einen Änderungsantrag verabschiedet, der darauf abzielt, Werbekampagnen für den "Black Friday", an dem viele Geschäfte ihre Produkte billiger verkaufen, zu verbieten.

Die Novelle des französischen "Anti-Abfallgesetzes" verurteilt "Überkonsum" und kritisiert eine "katastrophale Umweltbilanz" des Einkaufstages.

In den USA fällt der "Black Friday" auf den Freitag nach dem donnerstäglichen Thanksgiving-Fest und gilt als Beginn der Weihnachtseinkaufssaison.

Delphine Batho ist frühere Umweltministerin Frankreichs und vertritt die Grünen im Europaparlament: "Es gibt in der Tat zwei Probleme. Das erste ist die Ökobilanz des Black Friday. So hat sich beispielsweise in Frankreich im vergangenen Jahr die Zustellung von Paketen und von im Internet gekauften Produkten mit allen damit verbundenen Transport- und Treibhausgasemissionen verzehnfacht. Und das andere Problem ist eine Form der Verbrauchertäuschung, da es viele irreführende Werbeaktionen gibt."

"Diktatur des Schwarzen Freitags"

Auch die amtierende Umweltministerin Élisabeth Borne kritisierte den Black Friday. Die großen Gewinner dieser "enormen kommerziellen Operation" seien die "Online-Handelsgiganten".

In Frankreich gibt es jährlich zwei Schlussverkaufsperioden, die vom Gesetz auf je sechs Wochen im Winter und im Sommer festgelegt sind. Noch einmal Delphine Bato: "Heute Morgen habe ich mit kleinen Händlern in Poitou gesprochen, die mir sagten, dass sie in dieser Angelegenheit überhaupt nicht die Gewinner waren, dass sie sich sehr wohl bewusst waren, dass es eine Form der Verzögerung der Riesen des elektronischen Handels zum Nachteil des kleinen Handels gab, dass sie aber irgendwie gezwungen waren, der Diktatur des Schwarzen Freitags zu folgen. "

Erwartet wird, dass die Franzosen in diesem Jahr knapp sechs Milliarden Euro ausgeben werden. Das entspricht einem Pro-Kopf-Einkauf von 239 Euro. Der vom Parlament verabschiedete Änderungsantrag wird nun vom Unterhaus, der Nationalversammlung, geprüft.

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