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Irakisches Parlament fordert Abzug der US-Soldaten im Land

Irakisches Parlament fordert Abzug der US-Soldaten im Land
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AP Photo/Karim Kadim
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Die Abgeordneten im irakischen Parlament haben sich mehrheitlich für einen Abzug der Streitkräfte des internationalen Militärbündnisses ausgesprochen. Die Koalition, die gebildet wurde, um die Miliz Islamischer Staat zu bekämpfen, wird von den Vereinigten Staaten angeführt, die mit rund 5000 Soldaten im Irak vertreten sind.

Nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani in Bagdad durch die US-Luftwaffe war den Amerikanern im Irak zuletzt deutliche Ablehnung entgegengeschlagen. Laut Beschluss des irakischen Parlaments muss die Regierung den Antrag auf internationale Militärhilfe zurückziehen, zudem soll ausländischen Kampfflugzeugen die Nutzung des irakischen Luftraums verboten werden, wovon auch in Jordanien stationierte Bundeswehr-Maschinen betroffen sein könnten.

Beinahe gleichzeitig setzte das internationale Militärbündnis seine Hilfe für den Irak im Kampf gegen den IS vorerst aus. Die IS-Extremisten hatten 2014 weite Teile des Iraks und Syriens unter ihre Kontrolle gebracht. Der Irak hatte im Dezember 2017 nach langen Kämpfen den militärischen Sieg über den IS verkündet. Die IS-Miliz ist in Teilen des Landes aber weiterhin einflussreich.

Hassan Nasrallah, Anführer der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz, rief dazu auf, US-Stützpunkte, -Kriegsschiffe und Soldaten anzugreifen, amerikanische Zivilisten aber zu verschonen. Die Regierung Trump werde erkennen, dass sie die Region verloren habe, sobald Särge mit toten Soldaten in den Vereinigten Staaten eintreffen, sagte der Hisbollah-Führer.

In der türkischen Metropole Istanbul kam es zu einer Protestkundgebung vor der amerikanischen Botschaft. Einige Teilnehmer reckten Fotos des getöteten Generals in die Höhe.

Die USA waren 2003 in den Irak einmarschiert. Der Militäreinsatz führte zum Sturz des damaligen irakischen Diktators Saddam Hussein. Zeitweise waren dort mehr als 160 000 US-Soldaten stationiert. Nach ihrem Abzug im Jahr 2011 blieb ein kleines Truppenkontingent zurück, das mit dem US-geführten Kampf gegen den IS aber wieder erhöht wurde.

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