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Bürgerkrieg in Libyen: EU fordert Waffenstillstand

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Bürgerkrieg in Libyen: EU fordert Waffenstillstand
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Die Europäische Union hat an die Kräfte in Libyen appelliert, die Kämpfe in Tripolis und im Rest des Landes zu beenden. Außerdem verurteilte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell die Intervention der Türkei. Ankara hatte kürzlich damit begonnen, Truppen nach Libyen zu entsenden. Die Sorge über die jüngsten Entwicklungen in dem konfliktgebeutelten nordafrikanischen Land wächst.

In Libyen ringen zwei Seiten um die Vorherrschaft. Die von den Vereinten Nationen in der Hauptstadt Tripolis ansässige Regierung unter Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch und die vom Osten aus agierende Miliz von General Chalifa Haftar. Haftar wird von den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Russland unterstützt, die Sarradsch-Regierung von der Türkei, Katar und Italien.

"Einmischung in den Bürgerkrieg muss aufhören"

"Libyen stellt eine Bedrohung für Europa dar - auch mit Blick auf den Terrorismus. Das ist ein Stellvertreterkrieg", sagte Italiens Außenminister Luigi Di Maio. "Die Einmischung in den Bürgerkrieg muss aufhören. Das tun viele Länder und lassen ihn so zu einem Stellvertreterkrieg werden."

Im November hatten Fajis al-Sarradsch und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ein Abkommen über eine Sicherheits- und Militärkooperation sowie zu den Seegrenzen im Mittelmeer geschlossen. International stieß das auf Kritik.

Die Interessen der Türkei in der Region sind groß. Zum einen will Ankara an Einfluss zu gewinnen, zum anderen geht es um die Erdgasreserven im Mittelmeer.

Bemühungen um diplomatische Lösung

Unterdessen kritisierte die ägyptische Regierung die Entsendung türkischer Soldaten scharf. Sie sprach von einem "eklatanten" Verstoß gegen internationales Recht und einem Bruch bestehender UN-Resolutionen.

Bei einem Treffen in Kairo will Ägyptens Außenminister Samih Schukri am Mittwoch mit Amtskollegen aus mehreren Mittelmeerländern über die Situation beraten. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) setzt sich weiter für den sogenannten "Berliner Prozess" ein. Dabei sollen die in Libyen beteiligten ausländischen Regierungen an einen Tisch geholt werden.