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IWF schließt Athener Büro

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IWF schließt Athener Büro
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Der Internationale Währungsfonds wird sein Büro in Athen schließen, denn Griechenland sei bereit, die Finanzkrise hinter sich zu lassen. Die frohe Botschaft wurde am Hauptsitz des Fonds in Washington bekannt.

Der IWF öffnet 2010 ein Büro in Athen, nachdem er zur Teilnahme am griechischen Rettungsprogramm eingeladen worden war. Auf Initiative Deutschlands wurde der ´ Fonds eingebunden, da die EU allein nicht die Instrumente habe, um mit dem damals finanziell und politisch unkalkulierbaren EU-Mitglied fertig zu werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hoffte, dass der IWF dem Programm mehr Glaubwürdigkeit verleihen würde, da die Europäische Kommission oft als zu nachsichtig gegenüber Griechenland kritisiert wurde.

Symela Touchtidou, euronews Athen erläutert:

"Seit fast zehn Jahren sitzen die Technokraten des IWF in dem Gebäude hinter mir, in einem Büro ohne Schild, im Herzen von Athen. Hier wurden die Berichte über den Zustand der griechischen Wirtschaft geschrieben. Die wird es auch in Zukunft geben, aber ohne direkten Kontakt zur griechischen Bürokratie. Sie werden nur noch im Rahmen der allgemeinen Einschätzungen des IWF wie für alle Länder erstellt."

Der IWF und die Länder der Eurozone, angeführt von Deutschland, haben sich über Jahre darüber gestritten, wie viel Schulden Griechenland langfristig erlass werden sollten. Der in Washington ansässige Fonds hatte auf wesentlich längere Rückzahlungsfristen gedrängt, sich aber schließlich vor Europa gebeugt.

Napoleon Maravegias, Ökonom, zur Rolle des IWF:

"Der IWF kam nach Griechenland, um vor Ort technische Expertise anzubieten, was die Europäische Union damals nicht konnte. Sie verlangten einen Schuldenschnitt, den die Europäer aber nicht wollten. Der IWF setzte Maßnahmen auf Basis mathematische Gleichungen durch, die sich als falsch erwiesen und die griechische Wirtschaft weiter schwächten."

Seit 2014 hat der Fonds Griechenland wegen seiner wachsenden Schulden kein Geld mehr geliehen, da Griechenland das erste Industrieland war, das eine Zahlung versäumte und den Ausfall eines IWF-Kredits herauf beschwor.

Rund 290 Milliarden Euro an Notfallkrediten wurden von Eurozone und IWF nach Athen gepumpt - die größte finanzielle Rettungsaktion der jüngeren Geschichte.

Mit der Schließung endet ein Kapitel in Griechenlands Geschichte, das von vielen als eines dunkelsten gesehen wird.