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Mit historischen Wetterdaten den Klimawandel verstehen

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Mit historischen Wetterdaten den Klimawandel verstehen
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Wir alle haben es am eigenen Leib erfahren und wir alle wissen, wie oft es zu bestimmten Zeiten 2019 ungewöhnlich warm war. Seit Beginn der Aufzeichnungen waren die Temperaturen in Europa noch nie so hoch wie 2019.

Jetzt gibt es die Daten dazu: Wissenschaftlern zufolge war 2019 das wärmste Jahr in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Durchschnitt war es 1,2 Grad Celsius wärmer als im langjährigen Mittel zwischen 1981 und 2010.

Grafik: euronewsBello, Camille

Während der sommerlichen Hitzewelle wurden in ganz Westeuropa nationale Temperaturrekorde gebrochen: in Großbritannien wurden 38,7 Grad, in Deutschland 42,6 Grad und in Südfrankreich 46 Grad gemessen. Temperaturrekorde gab es auch in Luxemburg, Belgien und den Niederlanden.

Grafik: euronewsBello, Camille

Bezogen auf weltweite Daten kann man feststellen, dass 2019 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen war. In all diesen roten Zonen lagen die Temperaturen über den Durchschnittswerten. Hier oben in Kanada war es kühler als im Durchschnitt. Und hier oben dieser dunkelrote Bereich zeigt einen Trend des Klimawandels, über den wir oft sprechen: In Alaska und der Arktis war es viel zu warm.

Grafik: euronewsBello, Camille

Was bedeutet das für das kommende Jahrzehnt? Was bedeutet das für unsere Zukunft?

Euronews stellte diese Fragen Professor Peter Thorne von der Maynooth Universität in Irland. Er meint:

"Die wärmeren Jahre werden wärmer, die kühleren Jahre werden ebenfalls wärmer, also verschiebt sich alles. Und es gibt interessante Forschungsergebnisse, die zeigen, dass zum Beispiel das, was vielleicht Anfang der 2000er Jahre typisch war, in den 2030er und 2050er Jahren als kalt und das, was als ungewöhnlich warm galt, in der Zukunft als normal angesehen wird. Also bewegen sich die Durchschnittstemperaturen langsam aber sicher nach oben."

Alle Entwicklungen, über die wir in Climate Now berichten, basieren auf Daten, die von hoch entwickelten digitalen Geräten, einschließlich Satelliten, stammen. Aber aus historischen Archiven kann man ebenfalls faszinierende Einblicke in den Klimawandel gewinnen. Genau damit beschäftigen sich Wissenschaftler in Spanien.

Historische Wetterdaten

Das "Observatori de l'Ebre" wurde 1904 gegründet und besitzt ein sehr wertvolles Archiv von Wetterdaten, auch für die Zeit, als an diesem Hügel der spanische Bürgerkrieg tobte. Wächter des Archivs ist Germán Sole:

"Unser Ziel sind möglichst vollständige Aufzeichnungen. Das sind zum Beispiel Temperaturmessungen von der Periode Ende 1937 und Anfang 1938, als der Bürgerkrieg hier in unserer Gegend tobte. Es gab Bombardierungen in alle Richtungen rund um die Sternwarte."

Foto: euronews

Die Analyse der Aufzeichnungen durch den Wissenschaftler Pere Quintana Segui zeigt, dass es heute genauso viel regnet, aber die Trockenperioden länger sind:

"Man sieht, dass sich die Anzahl der aufeinander folgenden Trockentage im Sommer vergrößert. Deshalb werden die Trockenperioden immer länger. Als ob sich der Sommer auf Frühling und Herbst ausdehnt und länger wird."

Foto: euronews

Die Aufzeichnungen zeigen auch, dass Extremwetterlagen wie Hitzewellen heute häufiger sind als noch vor einem Jahrhundert, so der Wissenschaftler:

"Bereits früher gab es extreme Wetterereignisse. Aber das bedeutet nicht, dass das Klima damals das gleiche war wie heute. So etwas hört man von Leuten wie meinem Vater, der sagt, das gab es bereits früher. Das stimmt zwar. Aber früher gab es alle 25 Jahre ein extremes Ereignis, heute passiert es alle 5 Jahre!"

Foto: euronews

Die Klimatologin Manola Brunet, Professorin an der spanischen Universiät Rovira I Virgili, leitet eine Reihe von Projekten, um historische Wetterdaten zu retten - was in Europa, aber nicht unbedingt anderswo üblich ist:

"In afrikanischen Ländern, Südamerika, Südostasien oder dem Pazifik, um nur einige zu nennen, werden selbst aktuelle Informationen nicht in Echtzeit übertragen. Das bedeutet, dass uns für einen großen Teil des Planeten Informationen fehlen, die es uns ermöglichen, Anpassungsstrategien an die Auswirkungen des Klimawandels zu entwickeln, mit denen wir bereits konfrontiert sind."

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