Eilmeldung
This content is not available in your region

Luxemburg verbietet Glyphosat

euronews_icons_loading
Luxemburg verbietet Glyphosat
Copyright  AP
Schriftgrösse Aa Aa

Österreich hat es versucht, in Deutschland soll Ende 2023 Schluss sein, Luxemburg macht es: Ab sofort dürfen dort keine neuen Glyphosat-haltigen Produkte mehr in Umlauf gebracht werden. Für Restbestände gibt es Übergangsregeln:

Die Händler haben noch bis Ende Juni Zeit, um ihre Restbestände zu verkaufen. Diese dürfen Landwirte noch bis Jahresende anwenden, bei einem Verzicht auf Glyphosat winkt eine Sonderprämie: Laut Landwirtschaftsministerium gibt es pro Hektar für Landwirte 30 Euro und für Winzer 50 Euro. Obstbauern erhalten 100 Euro.

Ab dem 1. Januar 2021 ist dann endgültig Schluss – damit ist Luxemburg der erste EU-Staat, der das krebsverdächtige Unkrautvernichtungsmittel aus dem Verkehr zieht.

© Euronews

Dr Martin Dermine, Umweltaktivist Pesticide Action Network, Brüssel

"Es gibt genug Alternativen, um Pestizide zu ersetzen. Die Mitgliedstaaten haben in der Europäischen Union die Möglichkeit, bestimmte Pestizide aus Gesundheits- oder Umweltgründen zu verbieten, was aber bisher sehr selten gemacht wird. Jetzt ebnet Luxemburg den Weg und zeigt, dass es mit Geldern der gemeinsamen Agrarpolitik seine Landwirte beim Übergang zu einer prestizidfreien Landwirtschaft unterstützen kann. Das ist ein sehr gutes Signal, dem andere Mitgliedstaaten folgen sollten."

In der gesamten EU ist die Glyphosatlizenz bis Dezember 2022 gültig, ihre langfristige Verwendung wird jedoch in vielen Ländern überprüft.

© AFP, AP

Glyphosat wurde von der heutigen Bayer-Tochter Monsanto als Herbizid auf den Markt gebracht. In Nordamerika wurde das Mittel seit den 1970er-Jahren unter dem Markennamen Roundup vertrieben.

Die US-Umweltbehörde EPA (United States Environmental Protection Agency ) hält das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat im Gegensatz zu einigen Gerichtsurteilen weiterhin nicht für krebserregend. Man habe das Pestizid überprüft, so die Behörde Ende Januar, es sei bei vorschriftsgemäßem Gebrauch nicht als Gesundheitsrisiko für Menschen einzustufen. Die Behörde steht allerdings unter starkem politischem Druck der Regierung Trump.

Bayer ist in den USA mit mehr als 42.700 Klägern konfrontiert, hat die ersten drei US-Prozesse wegen angeblich krebserregender Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto verloren und deftige Schadenersatz-Urteile kassiert.