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Spanien und der Abschied von der Kohle

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Spanien und der Abschied von der Kohle
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In vielen Ländern in Europa laufen die Kohlekraftwerke weiter. Nicht so in Spanien. Bis 2022 werden hier nur noch drei von 15 Kohlekraftwerken in Betrieb sein.

Bis 2030 Ausstieg aus der Kohle

Spanien will schnell aus der Kohle aussteigen. Der Kohleanteil an der Stromproduktion ist innerhalb eines Jahres von 15 auf fünf Prozent gesunken und wird bis zum Jahr 2030 vollständig auslaufen. Doch in der 30.000-Einwohnerstadt Teruel weigern sich die Menschen, nach dem Ende der Kohle vor dem Nichts zu stehen. Mit diesem Kraftwerk glauben sie, eine Lösung gefunden zu haben.

Das Energieunternehmen Endesa hat das Kraftwerk abgeschaltet - es wieder hochzufahren, würde zu teuer. Denn die Kosten für eine Tonne CO2 sind zu hoch.

Der Generaldirektor des Energieunternehmens Endesa, Ignacio Montaner, sagt:

Wenn Sie eine Umfrage machen würden, wären alle für eine Schließung von Kohlekraftwerken. Aber in dieser Region, wo das Kraftwerk schon seit vielen Jahren der Hauptwirtschaftsmotor war, wünschen sich die Leute einen Übergang, damit die Arbeiter und die Menschen hier nicht zurückgelassen werden. Es ist eindeutig das Ende einer Ära, aber wir haben zum Glück einen Übergang.

Als Teil seines Übergangsplans hat Endesa zugesagt, 1,5 Milliarden Euro in den Bau des größten Solarparks in Europa zu investieren. Dieser soll durch die Verschrottung der Anlage und die Installation der Solarpanele rund 4.000 Menschen beschäftigen. Später sind etwa 140 Arbeitsplätze garantiert, wenn die neue Anlage in Betrieb ist.

Doch nur vier Monate vor der endgültigen Abschaltung kritisieren die Arbeiter, dass es immer noch keine konkreten Maßnahmen hierzu gibt.

"Was ist mit den Arbeitsplätzen?"

Antonio Planas war Bergmann, bevor er vor 27 Jahren in dem Kraftwerk angestellt wurde. Er hat Angst, dass die Erzeugung grünen Stroms anstelle von Kohleabbau zu wenig Geld einbringen könnte:

"Sie hat mehr Zukunft als die Kohle, natürlich. Aber was ist mit den Arbeitsplätzen? Einige meiner Arbeitskollegen sind um die 40, sie haben Kinder, die müssen jetzt gehen. Das ist nicht fair."

Andere Kraftwerks-Arbeiter, wie Nacho Blasco, hoffen, dass sie mit dem neuen Kraftwerk einen Neuanfang finden: "Ich habe jahrelang ein Kohlekraftwerk gewartet. Damit könnte ich auch problemlos als Aufseher in einem Solarpark arbeiten."

Die Arbeiter haben nur eine Gewissheit: Mit der Kohle ist es vorbei. In fünf Jahren wird man mehr wissen, ob Teruel einen sozial gerechten Übergang gefunden hat, der als Beispiel für Dutzende von Kohlekraftwerken in ganz Europa dienen könnte, oder ob der Klima-Notstand zu einem sozialen Notstand wird.

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