Eilmeldung

Eilmeldung

Energiewende ja, aber nicht auf Kosten der Natur

Energiewende ja, aber nicht auf Kosten der Natur
Schriftgrösse Aa Aa

Hunderte Jahre lang bauten die Lerche-Lerchenborgs Weizen an. Doch die Sommer werden heißer und trockener – und die Ernten schmäler. Deshalb setzt die Familie heute auf Sonne statt Getreide. Auf ihren Feldern nahe der dänischen Hafenstadt Kalundborg stehen 250.000 Sonnenkollektoren.

Landbesitzer Christian Greve Lerche-Lerchenborg erklärt: "Wir gewinnen hier 60 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Damit können 15.000 dänische Haushalte versorgt werden.“

Das schwarze, glänzende Meer erstreckt sich über 80 Hektar – was etwa der Fläche von 120 Fußballfeldern entspricht. Und damit ist es nur die drittgrößte Solaranlage des Landes. Neue sind in Planung. Kein Wunder, dass Dänemark in Sachen erneuerbare Energien als Europas Vorreiter gilt.

Doch einigen Anwohnern sind die riesigen Solarfelder ein Dorn im Auge, wie Gitte Ejstrup aus Vejlø. ”Für mich sind diese Parks Industrie. Und sie zerstören die Natur", sagt Ejstrup. Energiewende Ja, aber nicht in Dänemarks unberührter Landschaft.

Ähnlich sieht es auch Brian Vad Mathiesen, Nachhaltigkeitsexperte und Professor an der Uni Aalborg: "In den dänischen Kommunen gäbe es sehr viele Möglichkeiten, Solarzellen auf großen Industrieflächen anzubringen, zum Beispiel auf öffentlichen Dächer. Auch so könnte man den nötigen Platz für neue Solarzellen schaffen."

Doch so energieeffizient wie sein Feld wären solche Anlagen nicht, sagt Lerche-Lerchenborg. Er versteht die ganze Aufregung nicht: “Diejenigen Dänen, die sich so aufregen, sollten sich, wenn sie Fernseher oder Kaffeemaschine einschalten, bewusst machen, dass der Strom irgendwo herkommen muss.“