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Serbien stirbt aus, langsam, aber sicher

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Serbien stirbt aus, langsam, aber sicher
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Blagojev Kamen liegt im östlichen Serbien – hier lebten einmal 200 Familien. Blagojev Kamen stirbt aus, so wie viele ländliche Gegenden in Serbien.

Uros Trainovic:

"Im Moment leben hier noch vier Familien, wir sind zu acht hier. Mehr nicht. Es gibt hier keine jungen Leute mehr.“

Laut Regierung verliert das Land jeden Tag 103 Serben, eine Kleinstadt jedes Jahr. Auch die Söhne von Uros Trainovic sind gegangen.

Die Weltbank geht davon aus, dass es in 30 Jahren statt jetzt 7 Millionen nur noch 5.8 Millionen Serben geben wird. Die Geburtenrate ist extrem niedrig, und Einwanderung gibt es nicht. Für die Jungen gibt es nichts zu tun, es bleibt ihnen nichts übrig außer weg zu gehen.

Die serbische Regierung hat versucht, diesen Trend zu stoppen, es gibt Finanzhilfen für Familien mit mehreren Kindern, sogar künstliche Befruchtung wird staatlich unterstützt. Genutzt hat es nichts.

Wolfgang Lutz, Demographieexperte

"Es nicht nur die Anzahl der Auswanderer, entscheidend ist, wer geht. Wir sehen, es sind tendenziell die besser Ausgebildeten, die höher Qualifizierten, die motivierten, mobilen Menschen, die gehen, und das ist klar ein Abfluss von Humankapital."

Auf lange Sicht werden die alternden Gesellschaften, aus denen die Jungen flüchten, wirtschaftlich implodieren, es ist ein Teufelskreis aus Perspektivlosigkeit, Abwanderung und Überalterung. Und so wie in Serbien passiert das gleiche in Kroatien, in Bulgarien, in fast allen Ländern Südosteuropas.