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Flucht nach Westeuropa: Kein Weiterkommen für Migranten in Serbien

Flucht nach Westeuropa: Kein Weiterkommen für Migranten in Serbien
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Auf ihrem Weg nach Westeuropa stranden immer mehr Migranten in Serbien. Zuvor haben sie in der Regel die Türkei, Griechenland, Albanien und den Kosovo durchquert.

15 Kilometer von der Grenze zu Ungarn entfernt liegt die serbische Stadt Kanjiza. Rund 300 Migranten halten sich derzeit dort auf. Den Tag verbringen sie im Zentrum, nachts schlafen sie im Wald oder in einem alten verlassenen Bahnhof. In Letzterem fanden zehn Menschen Unterschlupf.

Wie nach Deutschland kommen?

Einer von ihnen ist Hassan. Er kommt aus Syrien. Zwar besitzt er einen Reisepass, allerdings ist der nicht mehr gültig. Sein Ziel ist Deutschland. Über Ungarn und Österreich will er dorthin gelangen - auch wenn die Chancen aktuell schlecht stehen.

"Ich gehe an die Grenze, dort sagt die Polizei, gehen Sie zurück nach Serbien", so Hassan. "Jeden Tag weist uns die Polizei auf's Neue ab."

"Sie sind gegen alle mit Fäusten vorgegangen"

Hamed ist 30 Jahre alt und aus dem Jemen geflüchtet. Er sagt, er sei Arzt. Vor drei Wochen verließ er seine Heimat mit dem Wunsch, bis in die Niederlande zu kommen. Momentan haust er in einem Zelt. Darin schläft er tagsüber, denn nachts ist es im Freien zu kalt.

"Wir hatten große Probleme mit der Polizei in Rumänien", sagt Hassan. "Sie sind gegen alle mit Fäusten vorgegangen - gegen mich, meinen Freund... Ich weiß nicht, warum. In Kroatien hatten wir ebenfalls Schwierigkeiten mit der Polizei."

"Wer weiß, was nachts im Wasser passiert"

Auch in Serbien sind Schlepper zugange. Flüchtlingskoordinator Róbert Lackó sagt, sie gaukeln den Migranten etwas vor - geben an, ihnen helfen zu können:

"Migranten werden überall von Schleppern mitgenommen. Sie nehmen ihr Geld und diese armen Menschen glauben ihnen. Die Schlepper sagen ihnen, dass sie es schaffen würden, den Fluss Theiß zu überqueren. Aber das ist unmöglich - nicht nur jetzt, auch im Sommer. Migranten kaufen zum Beispiel aufblasbare Gummiboote - ein riskantes Unterfangen. Wir haben löchrige Boote im Waser gesehen. Über Todesfälle ist uns nichts bekannt. Aber wer weiß, was nachts im Wasser passiert."

Keine Lebensmittel, keine Unterkunft

Andere harren in den illegalen Camps aus, in der Hoffnung doch noch irgendwann auf normalem Wege über die Grenze gehen zu können.

Euronews-Reporter Attila Magyar fasst die Geschehnisse in Kanjiza wie folgt zusammen:

"Die meisten Flüchtlinge hier in Serbien unweit der ungarischen Grenze leben so. Sie wollen so schnell wie möglich nach Westeuropa - auch wenn es nicht einfach ist. Auch die serbischen Behörden wollen, dass sie weiterziehen. Sie stellen ihnen kein Essen und keine Unterkunft zu Verfügung."

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